Auf der Haben-Seite sieht Jürgen Dusel zum Beispiel das Angehörigenentlastungsgesetz der Bundesregierung und die Tatsache, dass das Bundesverfassungsgericht den Wahlrechtsausschluss im Bundeswahlgesetz als verfassungswidrig erklärt hat. Auf der Soll-Seite sieht Dusel vor allem, dass wir noch einiges tun können, um die Teilhabe der Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben zu verbessern, das Schaffen barrierefreien und bezahlbaren Wohnraumes sowie das Nutzen der großen Chancen der Digitalisierung.
Das gesamte Interview mit Jürgen Dusel ist HIER nachzulesen.
Die Bundesregierung lehnt die vorgeschlagenen Änderungen ab. Es sei nicht zielführend, die Bahnsteige auf die eingesetzten Fahrzeuge abzustimmen. Aufgrund der längeren Nutzungsdauer der Infrastruktur (etwa 100 Jahre) und der dazu im Vergleich geringeren Nutzungsdauer der Fahrzeuge (etwa 30 Jahre) seien vielmehr die Fahrzeuge auf die Bahnanlagen abzustimmen und so zu gestalten, "dass barrierefreies Reisen möglich ist", heißt es in einer Stellungnahme der Regierung.
Das Vorhaben, zwei Bahnsteighöhen gleichwertig als Regelbahnsteighöhen in der EBO für alle Verkehre zu verankern, entspricht aus Sicht der Regierung nicht dem Grundgedanken der Einheitlichkeit einer Bahnsteighöhe und einer hiermit verbundenen einfachen Gestaltung von Fahrzeugen für einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg. Mit der Regelbahnsteighöhe von 0,76 Metern - wie derzeit in der EBO definiert - sei langfristig Barrierefreiheit zu erreichen. Durch eine gleichrangige Verankerung einer Bahnsteighöhe von 0,55 Metern sei hingegen möglicherweise eine einheitliche Bahnsteighöhe dauerhaft ausgeschlossen, "wenn die von den Ländern geforderten Zwischenstufen mit sogenannten ,55er-Bahnsteigen' zur Dauerlösung würden", schreibt die Bundesregierung.
In einem Antrag fordert die Linksfraktion im Bundestag bessere Arbeitsbedingungen für die fast drei Millionen Beschäftigten im Tourismusgewerbe sowie mehr staatliche Hilfen, um einkommensschwachen Familien und Kindern Ferienreisen und Klassenfahrten zu ermöglichen.
EUROPARC Deutschland e.V., der Dachverband für das besondere Naturerlebnis, hat mit der NatKo – Tourismus für alle Deutschland e.V. und dem DSFT – Deutsches Seminar für Tourismus e.V., ein gemeinsame Projekt mit einer dreijährigen Laufzeit gestartet. Dieses Projekt läuft unter dem Titel „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“.
So heißt es auf Seite 19 des Koalitionsvertrages: „Bayern barrierefrei“ bleibt uns wichtiges Ziel und Verpflichtung". Auf Seite 49 ist dann zu lesen: "Wir werden Modernisierungen für mehr Gastlichkeit, Qualität und Barrierefreiheit in unseren Dorf und Gastwirtschaften fördern.
Eigentlich ist Barrierefreiheit nur in ihrer Komplexität wirklich vollständig - aber betrachten wir einmal ihre einzelnen Elemente und denken über Gebärdensprache und das was man darüber wissen sollte nach.
Die Deutsche Gebärdensprache ist eine visuell wahrnehmbare Sprache, welche in Deutschland von etwa 200.000 Menschen auch im Alltag verwendet wird und seit dem Jahr 2002 als amtliche Sprache offiziell anerkannt ist. Obwohl viele Gebärdensprachler auch die deutsche Schriftsprache beherrschen ist eine Verständigung mit ihnen in den Feinheiten einer Sprache jedoch nur in Gebärdensprache möglich.
Die Deutsche Gebärdensprache ist eine selbstständige Sprache, welche man intensiv lernen und auch, um sie wirklich beherrschen zu können, ständig nutzen muss. Zudem ist es keine ganz einheitliche Sprache sondern beinhaltet mehrere und verschiedene Dialekte.
Für die Kommunikation mit Gebärdensprachlern gibt es aber mehrere Ansätze, von denen aus eine gewisse Verständigung möglich wird. So basieren sehr viel Gebärden auf Gesten, welche man aus dem Alltag kennt. Man kann sich also im gewissen Rahmen verständlich machen indem allgemein übliche Gesten verwendet werden. Das gleiche trifft auf die Mimik im Gespräch zu. Gebärdensprache nutzt auch Mimik, wie einen freudigen, traurigen oder ärgerlichen Gesichtsausdruck Zudem hat Mimik grammatikalische Funktion. Blickkontakt sowie bewusstes Einsetzen der Mimik kann somit zu einer gewissen Verständigung mit Personen führen, welche ansonsten nur Gebärdensprache nutzen.
Die Deutsche Gebärdensprache ist keine Wort-für-Wort-Übersetzung der deutschen Umgangssprache. Aus der Tatsache, dass deutsche Sprache und Deutsche Gebärdensprache verschiedene Sprachen sind, resultiert, dass Personen, welche nur Gebärdensprache gelernt haben und diese nutzen, eventuell die deutsche nicht in ihren Feinheiten verstehen. Die Gebärdensprache hat andere "Feinheiten". Somit hilft es Personen, welche die Gebärdensprache nutzen, ebenso wie Kindern oder wenig Deutsch sprechenden Ausländern, wenn bei schriftlichen Informationen eine einfache Sprache oder gar Leichte Sprache genutzt wird.
Barrierefreiheit darf nicht zur Worthülse verkommen
Scharfe Kritik am Entwurf eines Baurechtsmodernisierungsgesetzes üben Sozialverbände VdK NRW, SoVD NRW und die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben NRW. Sie befürchten, auf dem Weg dieses Gesetzen könne Barrierefreiheit zu einer leeren Worthülse verkommen. Die von den kobinet- Nachrichten veröffentlichte Information ist hier nachzulesen.
Erst gestern sprach ich mit den Grünen an deren Stand über die Verkehrspolitik in Kassel. Als ich mich 2001 um ein Mandat als Stadtverordneter in Kassel bewarb, gab es noch viele Stellen in der Stadt, die von Barrieren gespickt wurden.
Unterführungen, die für RollstuhlnutzerInnen nicht nutzbar waren und ohne Alternative für einen überirdischen Übergang waren genau so ein Problem, wie Übergänge ohne Ampeln, bei denen ich als Sehbehinderter Kopf und Kragen riskierte. Mittlerweile wurde soviel verändert, dass ich schon kaum mehr weiß, was man noch verändern müsste. Und nun wurde auch das Geld aus einem Fördertopf gefunden, um einen Übergang in der Nähe des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen mit einer Ampel auszustatten, der für Blinde und Sehbehinderte noch recht unüberschaubar und riskant ist.
Fazit: Es lohnt sich, sich politisch zu engagieren und für Barrierefreiheit zu kämpfen.
Der Zugang zu den Bedingungen, die im Leben als Barrieren wirken ist individuell und die Erfahrungen damit sind sehr unterschiedlich. Meine Erfahrungen begannen vor mehr als 25 Jahren nachdem ich nach der Amputation eines Beines das Krankenhaus verlassen hatte. Die Sozialberaterin hatte mir damals einen Ratgeber für Menschen mit Behinderungen mitgegeben. Im Vorwort dieser Broschüre von Norbert Blüm, der damals Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung war, hatte ich gelesen, dass dieses Heft mir helfen sollte, wieder in die Gesellschaft zurückzufinden. Das war für mich niederschmetternd. Mir fehlte zwar die Erinnerung an die Zeit der Operation, dass ich dabei aber aus der Gesellschaft herausgefallen war, das war für mich erschreckend und eigentlich überhaupt nicht bewusst.
Mit dem Lauf der Jahre begann ich zu begreifen, was ich alles nicht mehr ohne Hilfe von anderen machen konnte. Ich lernte, dass ich einige Museen oder Veranstaltungen nicht mehr besuchen konnte, mein Bier bei vielen Restaurants im Außenbereich trinken musste - und vieles mehr.
Wohl jeder, der als "Mensch mit Behinderung" bezeichnet wird, kann ähnliches berichten. Und inzwischen sind seit meinen ersten Erfahrungen eben 25 Jahre vergangen - vieles ist anders und auch besser geworden. Sehr viel bleibt aber auch noch zu tun.
Ich freue mich auf einen Informations- und Gedankenaustausch darüber, was anders und besser geworden ist und was vor allem als Nächstes zu tun wäre.
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