Ohne Barrieren nachgedacht

Das unten angeordnete Bild zeigt eine durchgestrichene Straßenbarriere mit dem Text "Ohne Barrieren nachgedacht". 
Foto: kobinet hs / ht
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Seit vielen Jahren ist es politisch erklärtes Ziel, zu erreichen, dass in Deutschland alle Menschen unbehindert und ohne Barrieren leben können. Völlig unbestreitbar wurden auf diesem Weg viele Fortschritte erreicht. Zugleich gibt es immer wieder Kritik am bisherigen Stand. In diesem Blog sollen Beispiele für gute und unzureichende Fortschritte aufgezeigt und dargestellt werden, wie die von den Einschränkungen Betroffenen die Bedingungen empfinden und erleben.
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Barrierefreiheit im Schienenverkehr

Mitte Oktober 2018 hat eine Anhörung im Deutschen Bundestag zur Barrierefreiheit im Schienenverkehr stattgefunden. Die kobinet-Nachrichten hatten in einem Artikel davon berichtet.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit im Denkmalbestand

Mit der  Regionalkonferenz Mitteldeutschland „Inklusiv gestalten - Barrierefreiheit im Denkmalbestand“ wird die Debatte von Experten für Barrierefreiheit und Experten für Denkmalschutz gemeinsam darüber fortgesetzt, wie Kulturdenkmäler für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden können.
Hartmut Smikac
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Ebenerdig zugänglich - auch bei historischen Gebäuden

Auf die Forderung, Gebäude ebenerdig und somit barrierefrei zugänglich zu machen, wird häufig mit dem Argument begegnet, das wäre bei historischen Bauwerken "leider" nicht möglich. Inzwischen gibt es allerdings auch in Deutschland Beispiele dafür, dass Barrierefreiheit durchaus auch bei historischen Gebäude möglich ist.
Schräge am Eingang zum Dom in Regensburg
Schräge am Eingang zum Dom in Regensburg   Bild: H. Smikac
Das Foto zeigt den Eingang in den Dom Sankt Peter in Regensburg, ein historisches Gebäude, welches in dieser Form seit dem 13. Jahrhundert besteht.
Zugang zur Gedenkhalle
Zugang zur Gedenkhalle "Walhalla" in Donaustauf   Bild: H. Smikac
Das Bild zeigt die im Jahre 1842 eröffnete Gedenkhalle "Walhalla" oberhalb der Donau bei Donaustauf. 
Hartmut Smikac
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Zahl der stufenfreien Bahnhöfe in Deutschland gestiegen

In den Jahren 2012 bis 2017 hat sich nach Angaben der Bundesregierung die Anzahl der stufenfreien Personenbahnhöfe von 3.870 um knapp 6,9 Prozent auf 4.135 Stationen erhöht. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Regierung beruft sich in der Antwort auf Angaben der DB Station & Service AG. Damit seien 77 Prozent der insgesamt 5.365 Stationen stufenfrei, heißt es in der Antwort weiter.
Die vollständige Antwort der Bundesregierung zu dieser Kleinen Anfrage kann unter diesem Link nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Nachdenken - ein einfacher Weg zu mehr Barrierefreiheit

Im Gespräch vor Ort ist es häufig verhältnismäßig einfach, Wege zu finden, die ohne größeren Aufwand zu mehr Barrierefreiheit führen können. Ein Beispiel dafür sind diese beiden Briefkästen. Beide Ausführungen verfügen über Briefschlitze, welche sich, je nach Installation vor Ort, in einer Höhe von zirka 140 Zentimetern befinden. 
Beispiele für einen unter dem Aspekt der
Beispiele für einen unter dem Aspekt der "Barrierefreiheit" schlecht zu nutzenden Briefkasten sowie einem Briefkasten, der leichter zu nutzen ist.   Bild: H. Smikac
Der Briefkasten auf dem linken Bild A ist wegen der Einbindung in das Beet und die Bordsteinkante schlecht anzufahren. Durch die Verkleidung ist er ohnehin nicht mit einem Rollstuhl unterfahrbar. Durch den seitlichen Briefschlitz ist der Weg zum Einwerfen eines Briefes sehr weit und für im Rollstuhl sitzende Personen ist das nicht machbar. Kleinere Personen und Kinder müssen zum Einwerfen von Briefen häufig auf das Beet treten. 
Dementgegen ist der Briefkasten auf Bild B mit Rollstuhl gut unterfahrbar und der an der Frontseite befindliche Einwurf ermöglicht allgemein eine Einwerfen von Briefen ohne besonderen Kraftaufwand. 
Von beiden Ausführungen wäre unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit somit zu der Variante auf Bild B zu raten.
Hartmut Smikac
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Fußball mit Zugang für Alle

Die Entscheidung, die Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2024 in Deutschland durchzuführen, hat viele Menschen auch in der Vision eines inklusiven Stadions bestärkt. Über eine entsprechende Initiative dazu berichtet "kobinet" mit dieser Nachricht. 
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheitsgesetz

Der Deutsche Behindertenrat fordert eine Einigung zum europäischen Barrierefreiheitsgesetz. Mehr zu diesem Thema ist in diesem Artikel von "kobinet" zu erfahren.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit und Wohnen

Wohnen für alle erfordert Barrierefreiheit. Das gilt vor allem im sozialen Wohnungsbau. Deshalb fordert der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, Barrierefreiheit zur Voraussetzung für geplante Investitionen des Bundes in den sozialen Wohnungsbau zu machen. 
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit und Inklusion

Inklusion gelingt mit Barrierefreiheit - zu diesem Zusammenhang findet im November 2018 in Kaiserslautern eine Regionalkonferenz zum Thema "Inklusiv gestalten – Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" statt. Weitere Informationen dazu gibt es in einem Artikel von "kobinet" unter diesem Link.
Hartmut Smikac
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Rollstuhlgerechter Tablettwagen

Um Gästen mit Rollstuhl den Transport von Tablett und Speisen zu erleichtern, hat das Studierendenwerk Essen-Duisburg in seinen Mensen am Campus Essen und Duisburg jeweils einen mobilen Tablettwagen installiert.
Die entsprechende Nachricht des Studierendennetzwerkes Essen-Duisburg kann hier nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Nur sehr wenige barrierefreie Toiletten an deutschen Bahnhöfen

Bezugnehmend auf die Antwort der Bundesregierung zur einen Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN „Toilettenanlagen auf Bahnhöfen der Deutschen Bahn“ (Drucksache 19/3660) stellt der Abgeordnete dieser Fraktion Dr. André Hahn fest: Nur 13,6 Prozent aller Bahnhöfe in Deutschland verfügen über öffentliche Toiletten, und die Bundesregierung sieht diesbezüglich keinen Handlungsbedarf. Das ist völlig inakzeptabel.
Mehr kann dazu auf der Internetseite dieses Bundestagsabgeordneten nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Mehr Barrierefreiheit - Schritt für Schritt

Über mehr Barrierefreiheit in der Jugendherberge Malente berichten die "kobinet Nachrichten" in dieser Meldung
Hartmut Smikac
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Am Fahrstuhl - und nicht nachgedacht

Bei vielen Beispielen zeigt sich immer wieder, dass es für etwas "mehr Barrierefreiheit" bereits helfen würde, einmal unter praktischen Gesichtspunkten nachzudenken. Ein Beispiel dafür ist der Zugang zu diesem Lift.
Zwei nebeneinander liegende Eingangstüren zu einer Liftanlage in einem Gebäude. Das Tableau mit den Rufknöpfen ist zu hoch angebrachte und der Zugang zu einer der Türen wird durch einen Abfallbehälter erschwert.
Zwei nebeneinander liegende Eingangstüren zu einer Liftanlage in einem Gebäude. Das Tableau mit den Rufknöpfen ist zu hoch angebrachte und der Zugang zu einer der Türen wird durch einen Abfallbehälter erschwert.   Bild: H. Smikac
Bei diesen neben einander liegenden Eingangstüren ist das Tableau mit den Rufknöpfen so hoch angebracht, dass sie vom Rollstuhl aus sowie für klein gewachsene Personen unerreichbar sind. 
Jeder kennt das: Man erfährt eigentlich erst kurz vor dem Öffnen einer Tür, welche Liftseite nutzbar sein wird. Alle, auch gehbehinderte Menschen, müssen schnell sein. Durch den zwischen den Türen stehenden Abfallbehälter wird das jedoch erschwert und wegen des in der Nähe des Eingangs stehenden Sofas zusätzlich erschwert. 
Hartmut Smikac
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Bundesregierung kann nichts zur Barrierefreiheit in Fernbussen sagen

Die Bundesregierung kann keine Angaben darüber machen, wie viele Busse mit der vom Personenbeförderungsgesetz (PBefG) geforderten technischen Ausstattung von zwei Stellplätze für Rollstuhlfahrer seit dem 1. Januar 2016 zugelassen wurden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion "Die Linke" hervor - die gesamte Information dazu kann bei den kobinet-Nachrichten nachgelesen werden..

Hartmut Smikac
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Am Fahrstuhl - und nachgedacht

Gerade Menschen mit Mobilitätseinschränkungen müssen Lifts häufig nutzen - wie sollten sie sonst in Gebäuden die Etage wechseln können. Daran wird jedoch von anderen nicht immer gedacht - in Hotels bleiben die Wäschewagen so an den Ein- und Ausgängen stehen, dass man die Fahrstühle kaum ohne fremde Hilfe nutzen kann - Servicefirmen pochen zuerst darauf, dass sie nach Servicevertrag erst in drei Stunden am defekten Fahrstuhl sein müssen - und nicht alle Fahrstühle sind wirklich leicht für alle nutzbar.
Bedientableau eines Lift in Schweden. Besonderheit: Alle Tasten sind erhoben und so gut zu fühlen sowie zu bedienen.
Bedientableau eines Lift in Schweden. Besonderheit: Alle Tasten sind erhoben und so gut zu fühlen sowie zu bedienen.   Bild: H. Smikac
Das Foto zeigt einen Punkt, wie Fahrstühle gut bedienbar werden: Die erhobenen mit Brailleschrift und gut tastbaren Bedienelementen. 

Hartmut Smikac
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Urlaub in Integrationsbetrieben

Für alle, die für eine Urlaubsreise hohe Ansprüche an Barrierefreiheit stellen, sind barrierefreie Hotels und Restaurants unter Umständen notwendige Alternative zu den allgemeinen Angeboten. Aktion Mensch hat dazu eine entsprechende Übersicht veröffentlicht. 

Hartmut Smikac
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Barrierefreie Hotels in Deutschlands

Bei der Vorbereitung einer Urlaubsreise oder eines Ausflugs zum Wochenende, und vor allem im Vorfeld von Tagungen oder Veranstaltungen, zu denen mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Rollstuhl oder weiteren individuellen Ansprüchen eingeladen werden sollen, taucht immer wieder die Frage auf, wieviele barrierefreie Hotels in Deutschland eigentlich wo gibt.
Diese Frage hat die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann an die Bundesregierung gestellt. Informationen zu der entsprechenden Antwort können in diesem Artikel der kobinet- Nachrichten nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Barrierefrei zum Arzt

Ohne Barrieren und Hindernisse zum Arzt ? - in Deutschland ist das noch nicht ganz so einfach.
Nach Presseinformationen gibt es lediglich in einem Drittel der rund 100.000 Arztpraxen barrierefreie Zugänge oder Räume. Etwas besser sieht es in medizinischen Versorgungszentren aus. Hier sind zirka 46 Prozent der Einrichtungen ohne Barrieren zugänglich und nutzbar. 
Wer also auf eine Arztpraxis angewiesen ist, die ohne Barrieren zugänglich ist, brauch vor allem einen guten Rat, zum Beispiel von Freunden und Bekannten oder dem Projekt "Barrierefreie Arztpraxen". Zugleich bemüht sich auch die Bundesärztekammer um Veränderungen. Wer auf ihrer Website nach dem Stichwort "barrierefrei" sucht, bekommt etliche Antworten. Außerdem hat die Bundesärztekammer ein Faltblatt entwickelt dass den Praxen zeigen soll, was zu tun wäre, um eine barrierefreie Praxis zu gestalten.
Hartmut Smikac
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Natur und Barrierefreiheit

Verhältnisse in der Natur sind für Barrierefreiheit nicht immer ganz einfach. Zugleich gibt es für dieses Gebiet auch in Deutschland eine Reihe Erfahrungen und Anregungen dazu, wie man auch die Natur für alle Menschen zugänglich und erlebbar machen kann. Bereits vor 15 Jahren, im Jahr 2003, hatten die Lebenshilfe Wittmund, das Regionales Umweltbildungs-zentrum (RUZ) Schortens und das Projekt "Natur für alle" beim c/o JoB-Medienbüro in sieben Planungshilfen grundlegende Gedanken dazu zusammengetragen.
Kopie des Deckblatt des Heftes 1
Kopie des Deckblatt des Heftes 1 "Basisinformationen" des Projektes "Natur für Alle"   Bild: Kopie: H. Smikac
Diese Planungshilfen stellen auch in unseren Tagen noch wichtiges Material mit vielen Anregungen für die Arbeit, Natur für alle erlebbar zu machen, dar. Sie können unter folgendem Link bestellt oder als PDF-Datei von der Website des RUZ Schortens herunter geladen werden.
Hartmut Smikac
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Wie aussagefähig ist "barrierearm"

Der Begriff "barrierearm" lässt keinen Bezug zu den Kriterien des Deutschen Institut für Normung erkennen und sagt von sich aus nicht, welche Forderungen der Aussage zu Grunde liegen. 
Wenn etwas irgendwo "Arm an Barrieren" ist, dann wäre das ja schon mal gut. Jene Personen aber, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, erfahren daraus nicht, welche Barrieren dennoch vorhanden sind - auch wenn es nur wenige oder kleine Barrieren sind - es könnten genau jene Barrieren sein, welche es einer Nutzerin / einem Nutzer unmöglich machen, sich ohne Einschränkungen bewegen zu können.

Hartmut Smikac
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Linke fragt wegen Barrierefreiheit der Fernbuslinien nach

Die Barrierefreiheit der Fernbusse ist Thema einer Kleinen Anfrage (Dokumentennummer 19/3372) der Bundestagsfraktion Die Linke. Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung nun wissen, welche konkreten Auswirkungen das Gesetz bislang hatte. Die ganze Nachricht ist unter diesem Link bei kobinet nachzulesen.
Hartmut Smikac
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Niederflurtechnik und Barrierefreiheit

Im wachsenden Umfang wird bei Autobussen und Straßenbahnen Niederflurtechnik eingesetzt. Vor allem in größeren Städten steigt dadurch die Möglichkeit für einen barrierefreien Personenverkehr. Weiterhin ist jedoch, wie dieses Bild zeigt, die fehlende Anpassung der Haltestellen das Nadelöhr für tatsächliche Barrierefreiheit.
Niederflurbus mit Eingang für Rollstuhlnutzer im Bereich einer Haltestelle. Deutlich ist der hohe Unterschied zwischen dem Niveau des Fußweges und dem Boden des Autobusses zu erkennen. 
Niederflurbus mit Eingang für Rollstuhlnutzer im Bereich einer Haltestelle. Deutlich ist der hohe Unterschied zwischen dem Niveau des Fußweges und dem Boden des Autobusses zu erkennen.    Bild: H. Smikac
Wenn es, wie in diesem Beispiel, keine angepasste Höhe des Haltestellenbereiches gibt, dann kann der Unterschied bei Bus oder Straßenbahn 20 Zentimeter betragen. Wird nun die einen Meter lange Klappe des Fußbodens als Einstiegsschräge genutzt, dann ergibt das eine Steigung, welche etwa das Dreifache der eigentlich erlaubten Steigung ausmacht. Ein- oder Ausstieg mit Rollstuhl wäre hier nur mit erheblichen Kraftaufwand oder fremder Schiebehilfe möglich. Auch ein Kippen eines Rollstuhles wäre nicht in jedem Fall auszuschießen.

Hartmut Smikac
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Was ist "Rollstuhlfreundlich" ?

Wer mit einem solchen Begriff argumentiert, sollte sich darüber klar sein, dass damit keinerlei Aussage zur Barrierefreiheit getroffen oder Bezug zu Kriterien von Barrierefreiheit hergestellt wird.
Es ist richtig, dass es Unterschiede zwischen dem Nutzen eines Elektrorollstuhles und einem Schieberollstuhl gibt. Mit einem Elektrorollstuhl sind Steigungen zu meistern, welche mit einem Schieberollstuhl unmöglich befahren werden können. ABER: Letztlich geht es bei einer Aussage zur Barrierefreiheit nicht um eine Teststrecke für Rollstühle sondern darum wie eine Rollstuhlnutzerin / ein Rollstuhlnutzer mit den Bedingungen in einem Ausmaß zurechtkommt, dass die Wegstrecken möglichst auf die allgemein übliche Weise, ohne zusätzlichen Kraftaufwand und grundsätzlich ohne fremde Hilfe befahren kann. Die Auskunft, dass die Wegstrecke zu Rollstühlen  freundlich ist, sagt dazu aber nichts aus. 
Hartmut Smikac
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Der Trick mit dem Dreh

Türen schließ man üblicherweise. Vor allem die Türen von Toiletten oder privaten Wohnungen werden im Normalfall auch von innen verschlossen. Das ist häufig dann nicht ganz einfach wenn der Knauf eigentlich einfach nur rund ist, oder man Finger hat, mit denen man nicht so ganz fest zufassen kann. Aber auch dafür gibt es Lösungen wie diesen Schließknauf:
Türschloss mit normgerechtem Handgriff und verlängertem Schließknauf, welcher sich gut anfassen lässt und es jedem ermöglicht, die Tür mit ausreichend Kraft zu verschließen.
Türschloss mit normgerechtem Handgriff und verlängertem Schließknauf, welcher sich gut anfassen lässt und es jedem ermöglicht, die Tür mit ausreichend Kraft zu verschließen.   Bild: H. Smikac
Ein Schließknauf in Sternform oder in dieser Gestalt, ermöglicht es allen, die eine Hand haben, den Knauf gut zu fassen sowie die Tür mit ausreichend verschließen zu können. 
Hartmut Smikac
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Bahnsteighöhe gegen Barrierefreiheit

Jeder Bahnreisende mit Rollstuhl, Rollator oder Fahrrad, jede Familie mit Kinderwagen oder jeder Reisende mit Rollkoffer dürfte es als komfortabel empfinden, alles das weder in den Eisenbahnwagen noch aus dem Zug wuchten zu müssen. Barrierefreie schwellenfreie Einstiege kommen ganz sicher gut an. Dem stehen in Deutschland jedoch die Bahnsteighöhe entgegen.
Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zu erfahren ist, variieren die nämlich erheblich von Höhen zwischen 38 Zentimetern und 103 Zentimetern. Dabei gibt es 2.634 Bahnsteige mit einer Höhe von 76 Zentimetern, 2.328 Plattformen sind 55 Zentimeter hoch, 1.653 weisen 38 Zentimeter auf und weniger als 38 Zentimeter Höhe ist bei 1.846 Bahnsteigen zu verzeichnen. Außerdem gibt es 704 Bahnsteige 96 Zentimeter hoch, 58 Plattformen kommen auf 103 Zentimeter und acht auf 85 Zentimeter. Da reicht es eben nicht aus, dass die Züge der Deutschen Bahn sind nach Angaben des Unternehmens grundsätzlich für mobilitätseingeschränkte Reisende geeignet sind. Sie hätten einen ausreichend breiten Einstieg, mehrere Rollstuhlstellplätze und eine Universaltoilette. Der Zugang zu älteren Zügen werde an vielen Bahnhöfen über mobile Hublifte ermöglicht. Moderne Züge hätten integrierte Hublifte oder Rampen und seien unabhängig vom Bahnhof.
Die gesamte Antwort der Bundesregierung zu dieser kleinen Anfrage ist unter diesem Link im Dokumentations- und Informationssystem der Bundesregierung nachzulesn
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit im Video

Einführungsvideo der Tourismusmarketing Brandenburg in dem grundsätzliche Anforderungen an Barrierefreiheit sehr gut beschrieben werden.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit - oder wie man sonst noch sagt ?

Barrierefreiheit ist in Deutschland per Gesetz definiert. Dabei dürfte jedem klar sein, dass es durchaus nicht einfach ist, Bedingungen zu gewährleisten, welche, wie es Barrierefreiheit fordert, die  Zugänglichkeit oder Nutzung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zu ermöglichen.
Deshalb ist Auskunft über Barrierefreiheit eigentlich nur in Verbindung zu einem Bezug aussagefähig. Wer sagt, die Barrierefreiheit wäre nach DIN 18040 gegeben, gibt einen solchen Punkt an, auf den man sich beziehen kann. Besonders im Tourismus wurde teilweise auf diese Verbindlichkeit verzichtet und nach einem Hinweis dazu, dass es detaillierte Hinweise zu Barrierefreiheit gibt, auf die Details verwiesen. Auch das ist möglich. Wichtig ist, dass es Angabe zu den konkreten Bedingungen, und damit zum Grad der Barrierefreiheit gibt.
Bei Veranstaltungen wird manchmal danach gefragt, ob man denn nicht auch sagen könnte, die Bedingungen wären "rollstuhlfreundlich" oder "barrierearm" ? Selbstverständlich kann man auch das sagen. Die Worte selbst sind nicht verboten NUR: Dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass dies völlig unverbindlich ist und eigentlich jeder Bezug zu den Kriterien von "Barrierefreiheit" fehlt.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit und Gebärdensprache

Eigentlich ist Barrierefreiheit nur in ihrer Komplexität wirklich vollständig - aber betrachten wir einmal ihre einzelnen Elemente und denken über Gebärdensprache und das was man darüber wissen sollte nach. 

Die Deutsche Gebärdensprache ist eine visuell wahrnehmbare Sprache, welche in Deutschland von etwa 200.000 Menschen auch im Alltag verwendet wird und seit dem Jahr 2002 als amtliche Sprache offiziell anerkannt ist. Obwohl viele Gebärdensprachler auch die deutsche Schriftsprache beherrschen ist eine Verständigung mit ihnen in den Feinheiten einer Sprache jedoch nur in Gebärdensprache möglich.

Die Deutsche Gebärdensprache ist eine selbstständige Sprache, welche man intensiv lernen und auch, um sie wirklich beherrschen zu können, ständig nutzen muss. Zudem ist es keine ganz einheitliche Sprache sondern beinhaltet mehrere und verschiedene Dialekte.

Für die Kommunikation mit Gebärdensprachlern gibt es aber mehrere Ansätze, von denen aus eine gewisse Verständigung möglich wird. So basieren sehr viel Gebärden auf Gesten, welche man aus dem Alltag kennt. Man kann sich also im gewissen Rahmen verständlich machen indem allgemein übliche Gesten verwendet werden. Das gleiche trifft auf die Mimik im Gespräch zu. Gebärdensprache nutzt auch Mimik, wie einen freudigen, traurigen oder ärgerlichen Gesichtsausdruck Zudem hat Mimik grammatikalische Funktion. Blickkontakt sowie bewusstes Einsetzen der Mimik kann somit zu einer gewissen Verständigung mit Personen führen, welche ansonsten nur Gebärdensprache nutzen.

Die Deutsche Gebärdensprache ist keine Wort-für-Wort-Übersetzung der deutschen Umgangssprache. Aus der Tatsache, dass deutsche Sprache und Deutsche Gebärdensprache verschiedene Sprachen sind, resultiert, dass Personen, welche nur Gebärdensprache gelernt haben und diese nutzen, eventuell die deutsche nicht in ihren Feinheiten verstehen. Die Gebärdensprache hat andere "Feinheiten". Somit hilft es Personen, welche die Gebärdensprache nutzen, ebenso wie Kindern oder wenig Deutsch sprechenden Ausländern, wenn bei schriftlichen Informationen eine einfache Sprache oder gar Leichte Sprache genutzt wird.




Hartmut Smikac
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Wo es Kopfhörer für Alle gibt

Schweden ist ja eher dafür bekannt, dass es dort gelungen ist, die großen Behinderteneinrichtungen zu schließen und Angebote für behinderte Menschen zu machen, damit diese mitten in der Gemeinde leben können. In Sachen Barrierefreiheit ist dort vieles noch nicht so wie es sein könnte und sollte, aber bei meinem diesjährigen Schweden-Besuch konnte ich doch spannende Entwicklungen feststellen.

Auch in kleineren Städten bzw. entlegeneren Regionen stieß ich immer wieder auf Leitstreifen für blinde und sehbehinderte Menschen - besser wie in mancher Großstadt in Deutschland. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Astrid Lindgren Museum an dem Ort, wo sie in Wimmerby aufgewachsen ist. Hier musste nicht ich mühsam nach einer Audiobeschreibung fragen, sondern hier wurden allen Kopfhörer angeboten und explizit danach gefragt, ob man nicht auch einen wolle. Dabei gab es die Beschreibungen in verschiedenen Sprachen. Also endlich einmal eine Ausstellung, von der ich als Sehbehinderter etwas hatte und die ich unkompliziert genießen konnte.
Ottmar Miles-Paul
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Barrierefrei mit Rollstuhl unterwegs

Eigentlich ist Barrierefreiheit nur in ihrer Komplexität wirklich vollständig - aber beginnen wir ihre einzelnen Elemente zu betrachten und beginnen mit den Grundforderungen der Barrierefreiheit für alle, die mit Rollstuhl unterwegs sind.
Voraussetzung sind erst einmal ausreichend breite Wege (mindestens 90 Zentimeter) mit festem Untergrund. Dieser besteht idealerweise aus Asphalt oder einer wasserverdichteten Decke. Pflastersteine sind nur dann akzeptabel wenn sie keine großen Höhenunterschiede mit sich bringen, wie bei stark gewölbtem Kopfsteinpflaster, und die Spalte zwischen den einzelnen Pflastersteine nicht so groß sind, dass sie Unebenheit bedeuten. Rasengitterplatten erfüllen diesen Anspruch nicht. 
Neben der Wegbreite ist zu beachten, dass es an Eingängen zu Geschäften oder anderen Gebäuden Wendeflächen in der Größe von 1,50 Meter mal 1,50 Meter gibt.
Wege sollten Räume möglichst niveaugleich verbinden. Steigungen sollten nicht höher als sechs Zentimeter je ein Meter Weglänge betragen. Eine Querneigung der Oberfläche von mehr als zwei Prozent wirken hinderlich. Absätze quer des Weges von bis drei Zentimeter Höhe sind akzeptabel, höhere Absätze, Stufen oder gar Treppen wirken als Barriere. 
Schließlich ist zu beachten, dass Personen mit Rollstuhl einen anderen Bewegungsraum haben. Tische sollten etwa 80 Zentimeter hoch und mit Rollstuhl unterfahrbar sein. Die Augenhöhe einer Person mit Rollstuhl liegt bei 150 Zentimeter - Informationen in der Höhe von mehr als 180 Zentimetern bewirken somit vor allem Nackenschmerzen.
Der Umfang der tatsächlichen Anforderungen ist weitaus breitet und der Teufel steckt auch hier im Detail. Also besser in den Vorschriften und Ratgebern nachlesen, oder Betroffene fragen, die die Ansprüche gut erklären können. 
Hartmut Smikac
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Stillstand bei Barrierefreiheit

"Stillstand in Brüssel", so titelt der Newsletter des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes "dbsv direkt" die Tatsache, dass einige EU-Mitgliedsstaaten, darunter leider auch Deutschland, die Verhandlungen für ein europäisches Barrierefreiheitsgesetz, den European Accessibility Act (EAA), blockieren. Mehr dazu in dieser Nachricht.

Hartmut Smikac
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Umdenken für mehr Barrierefreiheit !

!n Deutschland sind nach Informationen der Leidmedien nur etwa 35 Prozent aller öffentlichen Gebäude barrierefrei zugänglich. Das ist den Leitmedien Anlass. ein Umdenken zu fordern. Die weiteren Details zu dieser Nachricht können hier bei kobinet nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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DBSV fordert Verpflichtung zur Barrierefreiheit

Der Verbandstag des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Regelungen zur Barrierefreiheit gefordert. Zentraler Punkt dieser Forderung: Wenn es um etwas so wichtiges wie die Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben geht, darf die Politik nicht länger auf Freiwilligkeit setzen. Weitere Details dazu können in dieser Nachricht von kobinet nachgelesen werden.

Hartmut Smikac
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Trend: Barrierefreies Bauen ?

Barrierefreiheit scheint nach Ansicht des Onlineportals "Meistertipp" eine Renaissance zu erleben. So gaben 37 Prozent der Bauakteure nach ihrer Information in der aktuellen Bautrendstudie für das Jahr 2018 an, dass ihrer Meinung nach die Demografie und Barrierefreiheit den Neubaubereich nachhaltig im aktuellen Jahr beeinflussen wird. Das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hatte 282 Architekten und Bauausführende befragt, in deren Portfolio Neubaumaßnahmen mindestens 30 Prozent ausmachen. Im Vorjahr nannten 25 Prozent der Befragten Demografie und Barrierefreiheit als eins der drei aktuell wichtigsten Themen der Branche. In den Jahren 2015 und 2016 waren es ebenfalls 25 beziehungsweise 26 Prozent.
Hartmut Smikac
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Luxemburg entscheidet sich für Barrierefreiheit

Nach einer Meldung des "Letzebuerger Journal" sollen Neubauprojekte sollen in Zukunft „Design for all“-Konzept respektieren. Neubauprojekte müssen nach dem Willen der Regierung in Zukunft nach dem „Design for all“-Konzept barrierefrei geplant werden. Zudem müsste sich der bestehende Gebäudebestand mit Blick auf das Jahr 2029 konform zur Gesetzgebung setzen. Der ganze Artikel ist hier nachzulesen.
Hartmut Smikac
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Wie wird "Barrierefreiheit" verstanden ?

Am 28. Juni 2018 hat der Deutsche Reiseverband in einem neuen Politikbrief auch zur Aufgabe der Barrierefreiheit Stellung genommen. Darin heißt es:"Barrierefreiheit: Neue Herausforderung aus Brüssel. Die EU will Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtern. Dafür hat die Europäische Kommission eine neue Richtlinie zur Barrierefreiheit vorgelegt. Auch die Tourismuswirtschaft soll einbezogen werden – doch die Vorstellungen davon, wie dies geschehen soll, sind unrealistisch."
Diese Einschätzung fußt nach meiner Ansicht auf einem falschen Denkansatz: Bei der Barrierefreiheit geht es NICHT darum, allein "Menschen mit Behinderungen" das Leben zu erleichtern, sondern eben darum, Bedingungen so zu gestalten, dass diese für alle Menschen komfortabel sind. (Siehe unser Blogeintrag vom 4. Mai 2018 "Brauchen wir Barrierefreiheit überhaupt ?")
Und eben aus diesem, anderen Blickwinkel, stellen sich die Frage nach der Barrierefreiheit wie auch die Frage nach dem Kreis potentieller Tourismus-Kunden und ebenso nach der Wirtschaftlichkeit touristischer Anbieter auf einer völlig anderen Grundlage.

Hartmut Smikac
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"Tanz um Barrierefreiheit" ?

In Berlin hatte sich dazu entschlossen, die bewährten barrierefreien Wall-Toiletten durch andere zu ersetzen. Nachdem die auf Barrierefreiheit angewiesenen Nutzerinnen und Nutzer erst einmal über Monate verunsichert und wegen dieser Absicht aufgeregt wurden, da bleib man nun doch beim Bewährten. Mehr darüber ist aus diesem Artikel der "kobinet-Nachrichten" zu erfahren.
Hartmut Smikac
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Freie Bewegungsflächen !

Vor allem für Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen oder Rollatoren zählt, wie eben auch für Personen mit Kinderwagen oder großem Gepäck zählt, dass ausreichend große Bewegungs- und Wendeflächen zur Verfügung stehen. Häufig ist zu sehen, dass diese in der Norm festgelegte Flächen zwar berücksichtigt, aber beim Nutzen diese Flächen einschränkende Faktoren nicht bedacht werden. Das zeigt auch folgendes Beispiel: 
Eine Tür - der Handgriff zeigt, dass diese Tür den Zugang über die Schräge versperrt wenn die Tür geöffnet wird. 
Eine Tür - der Handgriff zeigt, dass diese Tür den Zugang über die Schräge versperrt wenn die Tür geöffnet wird.    Bild: H. Smikac
Die geöffnete Tür versperrt den Zugang für alle, welche die Schräge nutzen. Diese Schwierigkeit wäre vermieden worden, wenn die Tür so angebracht worden wäre, dass sie nach der anderen Seite zu öffnen wäre.

Hartmut Smikac
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Eine Schräge allein ist keine Lösung

Geringe Niveauunterschiede können allgemein mit einer Schräge überwunden werden. Dabei ist eine Schräge, wie dieses Foto zeigt, allein aber noch nicht wirklich DIE barrierefreie Lösung.
An einer Eingangstür wird ein Höhenunterschied von etwa sechs Zentimetern mit einer kurzen Schräge angeglichen.
An einer Eingangstür wird ein Höhenunterschied von etwa sechs Zentimetern mit einer kurzen Schräge angeglichen.   Bild: H. Smikac
Unabhängig davon ob die Tür nach innen aufschlägt, wer hier mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen kommt, muss zwei Dinge gleichzeitig machen: Die Tür aufhalten und über die kurze Schräge in das Ladeninnere gelangen. Besonders für Rollstuhlnutzer ist das sehr schwierig, denn sie haben nun mal nur zwei Hände, mit welchen sie den Rollstuhl fahren müssen. So sind hier zwei weitere Anforderung für Barrierefreiheit notwendig: Die Tür müsste feststellbar sein oder es wäre eine größere angepasste Fläche vor der Tür erforderlich (Öffnungsraum für die Tür plus Wendefläche) Andernfalls ist also trotz Schräge für den komfortablen Ein- oder Ausgang weiterhin Hilfe einer weiteren Person erforderlich.  

Hartmut Smikac
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DBSV: Umfassende Barrierefreiheit von Webangeboten verfehlt

Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie für barrierefreie Webseiten und Apps wurde vom Bundestagbeschlossen. Damit wurde die Möglichkeit für umfassende Barrierefreiheit von Webangeboten und Apps verfehlt - sagt der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband DBSV. Mehr dazu: ===>
Hartmut Smikac
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Kritik an Rathausumbau

Der Inklusionsbotschafter Thomas Schalski und die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatungsstelle (EUTB) Bodensee/Oberschwaben kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die Stadt Markdorf wegen Teilhabefeindlichkeit beim Umbau des Rathauses. Mehr darüber in dieser kobinet-Nachricht.
Hartmut Smikac
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Digitale Barrierefreiheit nur für öffentliche Stellen ?

Der Deutsche Bundestag hat ein Gesetz zur digitalen Barrierefreiheit verabschiedet und sich dabei auf die öffentlichen Stellen beschränkt. Für die Privatwirtschaft bleibt digitale Barrierefreiheit somit weiterhin nicht verpflichtend. Was die Parteien "Die Grünen" und "Die Linke" davon halten, das ist bei kobinet in zwei Artikeln nachzulesen.

Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit durch den "Haken"

Kann auch ein Haken dafür sorgen, dass etwas leichter zu bedienen und somit barrierefrei wird ? Warum nicht ! Zum Beispiel an einem Handwaschbecken. Hier gibt es beim Stellmechanismus, der dem Öffnen und Schließen des Abflussstopfens dient, häufig Probleme.
Das Bild zeigt die Rückseite einer Zweihebelmischarmatur mit dem Zugstift zum Schliessen und Öffnen des Abflussstopfens, der hier in Tropfenform ausläuft.
Das Bild zeigt die Rückseite einer Zweihebelmischarmatur mit dem Zugstift zum Schliessen und Öffnen des Abflussstopfens, der hier in Tropfenform ausläuft.   Bild: H. Smikac
Häufig läuft dieser Zugstift in Tropfenform aus. Das ist jedoch schwierig für Menschen, deren Hände oder Finger in der Beweglichkeit eingeschränkt sind. Komfortabler sind da jene Zugstifte, welche in einer Öse oder in einer der verschiedenen Hakenformen auslaufen.
Alternativ gibt es Hebel, mit denen der Mechanismus zum Schließen und Öffnen des Schließstopfens unter das Waschbecken geführt wird. Auch mit ihm bleibt der Freiraum für die Unterfahrbarkeit erhalten. Der Hebel kann jedoch mit einer Hand oder sitzende mit einem Knie bedient werden.
Hartmut Smikac
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Gesetzentwurf zur Barrierefreiheit von Websites wird nachgebessert

Nachdem in einer Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages mehrere Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen die geplanten Regelungen zum barrierefreien Zugang von Internetseiten als unzureichend kritisierten, muss der Gesetzentwurf nun nachgebessert werden. Darüber berichtet diese Nachricht der "kobinet Nachrichten"
Hartmut Smikac
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Verständlich für alle - dank leichter Sprache

Eine wesentliche Barriere besteht darin, dass Texte, die eigentlich alle informieren sollen, jedoch nicht von allen verstanden werden. Als Ende Mai 2018 auf einem Urnenfeld des Stadtfriedhofes in Braunschweig ein Mahnmal für 27 dort anonym bestattete Euthanasie-Opfer und eine Gedenktafel eingeweiht werden sollten, hat  deshalb der Verbund Leichte Sprache Braunschweig ehrenamtlich diese Tafel mit einem Text in Leichter Sprache dazu erstellt.
Gedenktafel in Leichter Sprache
Gedenktafel in Leichter Sprache   Bild: Bettina Mikhail - Verbund Leichte Sprache Braunschweig
Hartmut Smikac
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Rast ohne Hürden

Wer wandert, möchte selbstverständlich auch einmal rasten, sich ausruhen, einen schönen Blick genießen und mit Wanderfreunden interessante Gespräche führen. Die Bedingungen dafür sind allerdings häufig auch mit Barrieren verbunden. So zeigt unser heutige Foto in Deutschland weit verbreitete Rastsitze - wer sich aber setzen möchte, muss zumindest die müden Beine über die Sitzfläche schwingen können. Ein seitlicher Einstieg in diese Sitzgruppe ist hier nicht vorgesehen. 
In Deutschland häufig                                 In Jütland gesehen - Das Foto ist zweigeteilt und zeigt links eine in Deutschland übliche überdachte Sitzmöglichkeit, dessen Sitze Brettern an den Längsseiten, welche, wie der Tisch durchgehend zwischen den seitlichen Trägern aufliegen. Wer sich hier setzen möchte, muss also die Beine über die Sitzflächen heben. So nicht die dänische Variante, die aus viel einzelnen Sitzen bestehen, welche am Tisch mit einem unter dem Tisch angeordneten Holzkreuz angebracht sind und so auch Raum bieten, um am dem Tisch stehen oder mit Rollstuhl am Tisch sitzen zu können.
In Deutschland häufig                                 In Jütland gesehen - Das Foto ist zweigeteilt und zeigt links eine in Deutschland übliche überdachte Sitzmöglichkeit, dessen Sitze Brettern an den Längsseiten, welche, wie der Tisch durchgehend zwischen den seitlichen Trägern aufliegen. Wer sich hier setzen möchte, muss also die Beine über die Sitzflächen heben. So nicht die dänische Variante, die aus viel einzelnen Sitzen bestehen, welche am Tisch mit einem unter dem Tisch angeordneten Holzkreuz angebracht sind und so auch Raum bieten, um am dem Tisch stehen oder mit Rollstuhl am Tisch sitzen zu können.   Bild: H. Smikac
Anders dagegen die Sitzgruppe, welche wir im dänischen Jütland gesehen hatten. Hier finden die Beine beim Einstieg keine Hürden vor. Hier kann ein Kinderwagen direkt neben den Sitzen der Eltern stehen. Hier kann ein Rollstuhlnutzer mit am Tisch sitzen und nicht nur in dessen Nähe.
Hartmut Smikac
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Der Dreh mit dem Griff

Die Normen zur Barrierefreiheit schreiben vor, an der Schließseite einer Tür in der Höhe von 85 Zentimetern vom Fußboden aus gemessen quer einen Handgriff anzubringen, um so diese Tür selbst komfortabel oder überhaupt schließen zu können.
Tür mit quer angebrachtem Griff
Tür mit quer angebrachtem Griff   Bild: H. Smikac
Von Zeit zu Zeit sind  diese Griffe an den Innenseiten von Toilettentüren zu sehen, überwiegend wird jedoch noch darauf verzichtet. Worum geht es dabei ? - Eine Tür ist 90 Zentimeter oder 100 Zentimeter breit. Ist sie geöffnet, dann es ist für Rollstuhlnutzer oder geheingeschränkte Personen schwierig oder unmöglich von ihrem Standort aus, die Türklinke zu erreichen. Man müßte rückwärts gehen, um die Tür schließen zu können.  Mit diesem Quergriff kann man die sich schließende Tür so weit an sich heranziehen, bis man problemlos und komfortabel die Türklinke zum Schließen der Tür erreichen kann
Hartmut Smikac
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Der Spiegeltrick für den barrierefreien Lift

Wer mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl einen Lift benutzt, empfindet an der gegenüber der Eingangstür angebrachte Spiegel als hilfreich. Sie helfen, sich beim Ausstieg zu orientieren indem man sie als "Rückspiegel" nutzt.
Spiegel die an den Seitenwänden angebracht wurden, sind gut, um die Korrektheit der Morgentoilette zu überprüfen - unter dem Aspekt der Barrierefreiheit haben sie keine Funktion. 
Nun gibt es aber auch Lifts, deren Türen auch gegenüberliegend oder seitlich des Eingang öffnen. In diesem Fall würden Spiegel, würde man si an der Tür anbringen. leicht beim Öffnen oder Schließen der Tür zerkratzt. In diesem Fall kann jedoch ein oberhalb der Tür angebrachter Fischaugenspiegel leicht die Funktion eines "Rückspiegel" übernehmen. 

Fischaugenspiegel im Lift
Fischaugenspiegel im Lift   Bild: H. Smikac
Hartmut Smikac
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Barrieren in Mietwohnungen abbauen


Mecklenburg-Vorpommern stellt auch für den Abbau von Barrieren in Mietwohnungen Geld zur Verfügung. Weitere Details dazu ind aus diesem kobinet-Artikel zu erfahren.
Hartmut Smikac
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Wie barrierefrei ist Naumburg


Naumburg liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt und ist, vor allem wegen des bekannten Dom, ein bekanntes Reiseziel. Gemeinsam mit vielen von Behinderungen Betroffenen wollten Gleichstellungsbeauftragte und Behindertenbeauftragte bei einem Rundgang einmal wissen, wie Barrierefrei die Stadt eigentlich ist. Über diesen Rundgang hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet. Dieser Artikel kann unter diesem Link nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit ist Thema im Bundestag


Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages setzt sich am Montag, dem 11. Juni mit dem Thema Barrierefreiheit auseinander.
Weiteres dazu kann in dieser Nachricht bei kobinet nachgelesen werden
Hartmut Smikac
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Behinderung selbstverständlich

Menschen mit Behinderungen sollten in der Öffentlichkeit ganz selbstverständlich dazu gehören. Ein Beispiel dafür sind die "krasnoluki" von Wrocław - die "Zwerge von Breslau".


In der niederschlesischen Metropole gibt es inzwischen mehr als 300 dieser Zwerge entlang einer Route welcher man als Besucher die Stadt kennen lernen kann
Hartmut Smikac
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Mitdenken = barrierefrei 

Barrierefreiheit ist keines falls nur mit dem Einsatz größerer Geldbeträge möglich. Das zeigt auch dieses Beispiel. Stellen Sie sich bitte vor, Sie kommen mit Ihrer Familie in ein Restaurant und möchten ihre Jacken an die Kleiderhaken hängen. Die sind natürlich - jedenfalls meistens - in einer Höhe von zirka zwei Metern angebracht. Ihr kleiner Sohn, der sich selbstverständlich schon "groß" fühlt, möchte das gern selbst machen - aber so groß ist er nun wirklich noch nicht. Das wäre mit dieser Art von Kleiderhaken kein Problem.
Kleiderhaken in verschiedenen Höhen
Kleiderhaken in verschiedenen Höhen   Bild: H. Smikac
Durch die in unterschiedlichen Höhen angebrachten Halterungen können auch Kinder, kleinere Erwachsene oder Besucher mit Rollstuhl ihre Sachen ohne fremde Hilfe dort hin hängen.
Hartmut Smikac
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Barrieren im Kopf

Nicht nur in Gesprächen mit "Betroffenen" trifft man immer wieder auf das Argument der "Barrieren in den Köpfen". Auch bei Vorhaben, Bedingungen barrierefrei zu gestalten, stößt man ebenfalls auf Gedanken, die zu der Frage führen: "Werde ich da überhaupt verstanden ?" - "Kommen meine Vorstellungen überhaupt beim Gesprächspartner an ?"
Es lohnt sich somit durchaus, einmal gründlicher darüber nachzudenken, wie das mit dem allgemeinen Verstehen ist, und ...ob es so etwas wie "Barrieren in den Köpfen" tatsächlich gibt. 
Wer sich mit "Barrierefreiheit" beschäftigt, wird sehr schnell erfahren, dass der Barrierefreiheit tatsächlich "Barrieren im Denken" gegenüberstehen. Damit ist die Tatsache gemeint, dass es bei vielen Menschen, und vor allem bei Entscheidungsträgern, Unverständnis für Ansprüche gibt, welche für Barrierefreiheit unumgänglich sind. Dafür gibt es viele Beispiele. 
Oder denken wir an die Barrierefreiheit bei der Bahn. Die Mitarbeiter dort wissen selbst sehr gut, dass auf dem Gebiet noch viel zu tun ist. Zugleich wurde bisher unbestreitbar auch schon viel auf dem Weg zur Barrierefreiheit geleistet - ABER: Weiterhin gibt es den Streit um die Höhe der Bahnsteigkanten. Das jedoch ist ein Kernpunkt der Barrierefreiheit, denn diese ist nur möglich, wenn es zu einer einheitlichen Bahnsteighöhe kommt - welche ist letztlich sogar zweitrangig - sie muss jedoch einheitlich sein, um dann den Fahrzeugpark daran anpassen zu können.  
Diese und viele weitere Beispiele zeigen: Es gibt sie die "Barrieren im Kopf" - ein Denken und Entscheiden, das die Erfordernisse der Barrierefreiheit nicht mit einbezieht oder gar ignoriert.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit verlangt Umsicht

Jetzt kommt wieder die Zeit der großen Volksfeste und Veranstaltungen. Da ist es erst einmal lobenswert, dass dabei ebenfalls daran gedacht wird, auch für jene, die mit einem Rollstuhl Fest oder Veranstaltung besuchen, eine oder mehrere solcher mobiler Toiletten wie diese aufgestellt werden.
Mobile Toilette für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer - Das Fot zeigt eine blaue mobile Toilette, welche ausreichend Raum für Nutzerinnen und Nutzer mit Rollstuhl bietet. Die Toilette wurde jedoch am Straßenrand auf dem Gehweg aufgestellt. Der Bordstein wurde dabei nicht berücksichtigt. So ist diese Toilette nicht stufenfrei zu befahren.
Mobile Toilette für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer - Das Fot zeigt eine blaue mobile Toilette, welche ausreichend Raum für Nutzerinnen und Nutzer mit Rollstuhl bietet. Die Toilette wurde jedoch am Straßenrand auf dem Gehweg aufgestellt. Der Bordstein wurde dabei nicht berücksichtigt. So ist diese Toilette nicht stufenfrei zu befahren.   Bild: H. Smikac
Noch besser ist, wenn dies mit der erforderlichen Umsicht geschieht. Bei dem fotografierten Beispiel wäre sicherlich alles perfekt, wenn beim Aufstellen auch der Bordstein vor der Toilette bedacht worden wäre. Eine kleine Schräge, notfalls sogar eine kleine Behelfsschräge hätte diese Toilette auch für alle zugänglich gemacht.

Hartmut Smikac
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Brauchen wir Barrierefreiheit überhaupt ?


Wenn man diese Frage stellt, bekommt man vermutlich zur Antwort: "Selbstverständlich brauchen wir Barrierefreiheit!" Und wenn man weiter fragt:"Warum eigentlich?" dann geht es überwiegend um Rollstuhlfahrer, ältere Menschen, die nicht mehr gut laufen können, oder junge Mütter, die auf Hilfe angewiesen sind, wenn es mit dem Kinderwagen über Treppen gehen muss. Das alles ist selbstverständlich richtig - nur, ist das wirklich alles ?
Von den 82,5 Millionen Deutschen waren im Jahr 2016 etwa 17,5 Millionen älter als 65 Jahre. Viele von ihnen sind gewiss "fit wie ein Turnschuh" aber Alter bringt auch gesundheitlich bedingte Einschränkungen und die Zahl der "Alten" ist gestiegen - vor fünf Jahren, im Jahr 2011 waren es noch 16,6 Millionen Deutsche im Alter von mehr als 65 Jahren. Es sind somit nicht nur jene rund 4,7 Millionen (2015) körperlich eingeschränkte, die sich über ebenerdige Zugänge mit DIN-gerechten Schrägen freuen, sondern der Kreis von Personen, die davon profitieren, ist viel, viel breiter.

Ähnlich ist das auch bei Menschen, die auf Sehhilfen angewiesen sind. Nach Angaben der Optikerverbände tragen rund 40 Millionen Deutsche eine Brille. Das sind fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland von denen rund 36 Prozent diese Sehhilfe ständig und 28 Prozent gelegentlich tragen. Für sie alle wären somit die Ansprüche für Barrierefreiheit - ausreichend große und klare Schriften und kontrastreiche Gestaltung von Informationen bereits eine große Hilfe. 
Barrierefreiheit ist somit nicht nur etwas, um "die Behinderten" am Leben der Gesellschaft teilhaben zu lassen, sondern ein Gemeinwesen kann eigentlich nur durch Barrierefreiheit letztlich wirklich gemeinsames Leben sein. Eine barrierefrei zugängliche Umwelt ist für etwa zehn Prozent der Bevölkerung zwingend erforderlich für 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent der Bevölkerung komfortabel - das ist der Kern des Gedankens von der Barrierefreiheit.

Hartmut Smikac
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Hilfen für Menschen mit Sehbehinderungen

Die in Frankfurt am Main stattfindende SightCity bietet für Menschen mit Sehbehinderungen viele Tipps und Ratschläge sowie Informationen über verfügbare Hilfsmittel.
In einem Artikel berichten die "kobinet Nachrichten" über diese Veranstaltung im Jahr 2018. 
Hartmut Smikac
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Barrieren in Potsdam

Aus Anlass des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, gegen Benachteiligung und Diskriminierung hatte der Allgemeine Behindertenverband Brandenburg durch acht rote Luftballons mit dem weißen Aufdruck "Achtung Diskriminierung !" an acht Orten in der Stadt auf alltägliche Benachteiligungen hinweisen, mit denen Menschen mit Behinderung konfrontiert sind.
Einzelheiten dazu können auf dieser Internetseite nachgelesen werden.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit - nicht nur gehen sondern auch sehen

Eines der Grundprinzipien der Barrierefreiheit ist das Zwei-Wege-Prinzip, welches besagt, dass barrierefreie Dinge und Informationen mindestens auf zwei Wegen zugänglich sein müssen, zum Beispiel mit dem Rollstuhl und gleichzeitig zu sehen oder zu ertasten, oder eben zu ertasten oder zu hören.
Barrierefreiheit ist somit nicht nur etwas, was für Rollstuhlnutzer sondern gleichzeitig ebenso für Menschen mit Sehbehinderungen gut zugänglich ist. 
Auf diesem Wege sind die inzwischen gut bekannten Tastmodelle sowie taktile Informationspläne gute Beispiele.


Diese Tastmodelle sind nicht nur für Kinder interessant. Sie bilden für sehbehinderte Menschen oder Blinde auch die einzige Möglichkeit, sich Vorstellungen über größere Bauwerke oder Anlagen erarbeiten zu können.


Hartmut Smikac
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Fußgängerüberweg - andere guten Ideen

Um Fußgängerüberwegs sicher und barrierefrei gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine der guten Ideen wird in Großbritannien praktiziert, wie dies das Foto anschaulich macht, welches in einer kleinen schottischen Stadt aufgenommen wurde.  
Dabei wurde der Bordstein nicht abgesenkt sondern der Überweg aufgepflastert. Damit entsteht ein schwellenfreier Übergang zum Fußweg sowie eine Erhöhung der Straßenfläche, welche Autofahrer veranlasst, an dieser Stelle wirklich den Fuß vom Gas zu nehmen.
Fußgängerüberweg in der schottischen Kleinstadt Hawik
Fußgängerüberweg in der schottischen Kleinstadt Hawik   Bild: H. Smikac
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit - auch Thema für Bibliotheken 

Barrierefreiheit geht alles an und betrifft auch die Medien. So hat sich auch der Büchereiverband Österreichs ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt und in "Büchereiperspektiven", der Fachzeitschrift dieses Verbandes eine ganze Ausgabe gewidmet. 
Im Zuge der Lese- und Literaturförderung für besondere Zielgruppen Medienboxen mit barrierefreier Literatur erstellt. Darin enthalten sind fünf Titel in Einfacher Sprache, fünf Titel in Großdruck, fünf Hörbücher sowie fünf Hörfilme. Diese Medienboxen stehen Bibliotheken, die Mitglied beim BVÖ sind, für je sechs Monate leihweise zur Verfügung.
Alle, die das interessiert, können hier mehr darüber erfahren.
Hartmut Smikac
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Damit alle gut über die Straße kommen

Hohe Bordsteinkanten sind für viele Menschen ein Problem und die Art und Weise, wie diese barrierefrei angepasst werden, ist häufig ein Diskussionspunkt. Dabei geht es immer wieder einmal darum, dass Sehbehinderte und Blinde selbstverständlich tastbare Leitlinien benötigen, an welchen sie sich orientieren können. Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen oder Rollatoren hätten gern einen möglichst schwellenfreien Übergang.
Dabei ist, wie dieses Foto zeigt, die Lösung der Aufgabe recht einfach - durch Teilen der Übergangsstelle. Dort, wo der weiße Leitstreifen durchgängig ist, ist der Überweg für Sehbehinderte gemacht. Hier endet der Übergang zur Straße mit einer drei Zentimeter hohen Kante. Die Rollstuhl und Rollatornutzer sollten sich dorthin orientieren, wo die Aufmerksamkeitszone unterbrochen wurde. Die taktilen Platten beschränken sich hier nur auf den Bereich vor dem Übergang auf die Straße. Hier ist der Übergang zur Straßenfläche schwellenfrei gestaltet. 

Barrierefreier Überweg
Barrierefreier Überweg   Bild: H.Smikac
Hartmut Smikac
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Wie kann Barrierefreiheit gelingen ?

In den Blog - Posts gibt es eine Reihe von Beispielen dazu, dass Barrierefreiheit nicht konzipiert und mitgedacht wurde. Es stellt sich also die Frage: Wie kann Barrierefreiheit erreicht werden ? Wie kann Barrierefreiheit gelingen ?
Der erste Schritt wäre, sich in eine der vielen verfügbaren Broschüren und Ratgeber oder bei Internetportalen wie "Nullbarriere" über die geltenden Normen zu informieren und sich Anregungen für das eigene Vorhaben zu holen. Denkbar wäre natürlich auch, eine entsprechende Veranstaltung zu besuchen, bei welcher man mehr über "Barrierefreiheit" erfahren kann.
Ein zweiter Schritt wäre, das eigene Vorhaben auch praktisch an der Definition von Barrierefreiheit des im Paragraf vier des am 1. Mai 2002 in Kraft getretenen Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) zu messen. Diese sagt, verkürzt zitiert, dass alle baulichen Anlagen, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Informationen sowie andere gestaltete Lebensbereiche "barrierefrei" sind, wenn sie

in der allgemein üblichen Weise,ohne besondere Erschwernisund grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.Das alles ist praktisch nicht ganz einfach umzusetzen und deshalb ist dazu zu raten, sich dazu Hilfe zu holen - Menschen, die selbst im Rollstuhl sitzen, die sehbehindert oder blind sind - und bereits mit ihnen zusammen vom Konzept an Ihre Vorhaben vorzubereiten.

Hartmut Smikac
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Wege, die jeden auch an sein Ziel gelangen lassen

Um ein Ziel erreichen zu können, braucht man Wege. Dazu sollten diese ebenfalls barrierefrei sein. In einer Stadt sollten sie zudem Gästen einen ungestörten Aufenthalt in einer Gaststätte ermöglichen, den Zugang zu Geschäften freihalten und zugleich den Weg für Spaziergänger nicht mit Barrieren verstellen.
Einerseits: Weg mit Aufstellern verstellt                           Andererseits: trotz Aufstellern ist Platz für alleDas zweigeteilte Foto zeigt links einen deutlich markierten Fußweg, der jedoch, neben den links stehenden Blumentöpfen und den rechts befindlichen Lichtmasten, zusätzlich mit Werbeaufstellern verstellt ist. Dagegen zeigt das rechte Bild einen Fußweg, bei dem am linken Rand Tische und Stühle sowie Fahrradständer zu sehen sind und am rechten Rand Aufsteller zu sehen sind. Die Mitte des Fußweges wird jedoch für Rollstühle, Kinderwagen usw. frei gehalten sind.
Einerseits: Weg mit Aufstellern verstellt                           Andererseits: trotz Aufstellern ist Platz für alleDas zweigeteilte Foto zeigt links einen deutlich markierten Fußweg, der jedoch, neben den links stehenden Blumentöpfen und den rechts befindlichen Lichtmasten, zusätzlich mit Werbeaufstellern verstellt ist. Dagegen zeigt das rechte Bild einen Fußweg, bei dem am linken Rand Tische und Stühle sowie Fahrradständer zu sehen sind und am rechten Rand Aufsteller zu sehen sind. Die Mitte des Fußweges wird jedoch für Rollstühle, Kinderwagen usw. frei gehalten sind.   Bild: H. Smikac

Die ausgewählten Bilder zeigen, was den Anliegern augenscheinlich wichtig ist - einerseits sollen Passanten mit Aufstellern informiert werden - andererseits, trotz mehreren Aufstellern und Werbetafeln ist hier ein ungehindertes Gehen möglich. Jeder kann ungehindert den Weg entlang gehen / mit Kinderwagen oder Rollstuhl fahren und auch alle Informationstafeln ungestört lesen.
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit - nur wenn alle mitdenken

Wer auf barrierefreie Bedingungen angewiesen ist, ärgert sich häufig über Stellen, an denen man sieht, dass man eigentlich an Barrierefreiheit gedacht hat, der Vorsatz dann doch nicht so recht gelungen Wirklichkeit wurde. Ein Beispiel dafür zeigt dieses Foto.

An einem Übergang zu einer Fußgängerzone wird der Straßenraum mit einer kleinen Bordsteinkante abgegrenzt. Damit dieser Bordstein nicht zur Barriere wird, gibt es auch einen abgesenkten Teil des Bordsteines - ABER: Genau an diesem abgesenkten Abschnitt haben andere die unbestritten schönen und großen Blumenkübel hingestellt. 
Angeschrägter Bordsteinabschnitt wurde mit Pflanzenschale verstellt
Angeschrägter Bordsteinabschnitt wurde mit Pflanzenschale verstellt   Bild: H. Smikac
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit ist bereits seit vielen Jahren im Gespräch - es gibt ungezählte Ratgeber und Broschüren, die beschreiben und erklären, worauf es dabei ankommt. Dennoch ist immer noch möglich, auch solche Fotos wie das hier unten machen zu können. Ganz offensichtlich hat eine solche Schräge überhaupt nichts mit Barrierefreiheit zu tun, sprich man das aber an, gibt es häufig ein Schulterzucken und die Bemerkung: "Wir sollten eine Schräge anbauen und das haben wir gemacht".  

Zugangsschräge, die eigentlich keine Hilfe ist
Zugangsschräge, die eigentlich keine Hilfe ist   Bild: H. Smikac
Hartmut Smikac
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Barrierefreiheit darf nicht zur Worthülse verkommen

Scharfe Kritik am Entwurf eines Baurechtsmodernisierungsgesetzes üben Sozialverbände VdK NRW, SoVD NRW und die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben NRW. Sie befürchten, auf dem Weg dieses Gesetzen könne Barrierefreiheit zu einer leeren Worthülse verkommen. Die von den kobinet- Nachrichten veröffentlichte Information ist hier nachzulesen.

Hartmut Smikac
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Veränderung im Straßenverkehr in Kassel

Erst gestern sprach ich mit den Grünen an deren Stand über die Verkehrspolitik in Kassel. Als ich mich 2001 um ein Mandat als Stadtverordneter in Kassel bewarb, gab es noch viele Stellen in der Stadt, die von Barrieren gespickt wurden. 

Unterführungen, die für RollstuhlnutzerInnen nicht nutzbar waren und ohne Alternative für einen überirdischen Übergang waren genau so ein Problem, wie Übergänge ohne Ampeln, bei denen ich als Sehbehinderter Kopf und Kragen riskierte. Mittlerweile wurde soviel verändert, dass ich schon kaum mehr weiß, was man noch verändern müsste. Und nun wurde auch das Geld aus einem Fördertopf gefunden, um einen Übergang in der Nähe des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen mit einer Ampel auszustatten, der für Blinde und Sehbehinderte noch recht unüberschaubar und riskant ist. 

Fazit: Es lohnt sich, sich politisch zu engagieren und für Barrierefreiheit zu kämpfen. 

Umgebaute Goethestraße in Kassel mit mehr Platz für FußgängerInnen
Umgebaute Goethestraße in Kassel mit mehr Platz für FußgängerInnen   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Ein persönlicher Blick

Der Zugang zu den Bedingungen, die im Leben als Barrieren wirken ist individuell und die Erfahrungen damit sind sehr unterschiedlich.  Meine Erfahrungen begannen vor mehr als 25 Jahren nachdem ich nach der Amputation eines Beines das Krankenhaus verlassen hatte. Die Sozialberaterin hatte mir damals einen Ratgeber für Menschen mit Behinderungen mitgegeben. Im Vorwort dieser Broschüre von Norbert Blüm, der damals Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung war, hatte ich gelesen, dass dieses Heft mir helfen sollte, wieder in die Gesellschaft zurückzufinden. Das war für mich niederschmetternd. Mir fehlte zwar die Erinnerung an die Zeit der Operation, dass ich dabei aber aus der Gesellschaft herausgefallen war, das war für mich erschreckend und eigentlich überhaupt nicht bewusst.

Mit dem Lauf der Jahre begann ich zu begreifen, was ich alles nicht mehr ohne Hilfe von anderen machen konnte. Ich lernte, dass ich einige Museen oder Veranstaltungen nicht mehr besuchen konnte, mein Bier bei vielen Restaurants im Außenbereich trinken musste - und vieles mehr.

Wohl jeder, der als "Mensch mit Behinderung" bezeichnet wird, kann ähnliches berichten. Und inzwischen sind seit meinen ersten Erfahrungen eben 25 Jahre vergangen - vieles ist anders und auch besser geworden. Sehr viel bleibt aber auch noch zu tun.

Ich freue mich auf einen Informations- und Gedankenaustausch darüber, was anders und besser geworden ist und was vor allem als Nächstes zu tun wäre. 

Hartmut Smikac