Blog Reisegruppe Niemand

Vom 12. - 15. November findet eine ziemlich spannende Bahntour anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz statt. Eine kleine Reisegruppe aus 5 Leuten macht sich auf den Weg, um mit Regionalzügen alle Landeshauptstädte Deutschlands anzufahren.
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Herausforderer Willkommen

Urkunde über den Weltrekord des Rekord Institut für Deutschland (RID)
Urkunde über den Weltrekord des Rekord Institut für Deutschland (RID)   Bild: UNgehindert
Nachdem sich die Mitglieder der Reisegruppe NIemand von ihrer 76stündigen Bahntour durch alle 16 Landeshauptstädte mit dem Nahverkehr der Bahn und dem damit verbundenen Weltrekord, den die Gruppe aufgestellt hat, so langsam erholt haben, zeigt sich der Inklusionsbotschafter Markus Ertl aus Lenggries bereits wieder wie gewohnt sportlich. "Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden. Herausforderer sind also herzlich willkommen", betonte Markus Ertl vor allem im Hinblick darauf, dass es bei der Bahn noch viel Verbesserungsbedarf gibt und behinderte Menschen sich immer wieder in die barrierefreie Gestaltung des Nah- und Fernverkehrs einmischen müssen - auch 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz.

Mit einer Videobotschaft bedankte sich Markus Ertl im Namen der Reisegruppe für die tolle Unterstützung bei der Bahntour. Diese sei so nur möglich gewesen, weil die Reisegruppe - auch von der Bahn - und von vielen Mitstreiter*innen so toll unterstützt und angefeuert worden wäre.

Link zum Dankes-Video von Markus Ertl

Das Rekord Institut für Deutschland (RID) hat den erreichten Weltrekord für die "schnellste Zugreise im Nahverkehr zu allen Landeshauptstädten" mit einer entsprechenden Urkunde offiziell bestätigt.

Link zur Presseinformation des Rekord Institut für Deutschland (RID)

Wie die Tour genau verlaufen ist, kann im Abschlussinterview zur Tour verfolgt werden.

Ottmar Miles-Paul
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Reisegruppe Niemand sagt Dankeschön

Mit einer Videobotschaft bedankt sich Markus Ertl für die Reisegruppe Niemand bei all denjenigen, die die Reisenden auf ihrer 76stündige Bahntour untersützt haben.

Ottmar Miles-Paul
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Wie ging's weiter nach der Ankunft der Reisegruppe in Berlin?

Wie ging es weiter, nachdem die Reisegruppe Niemand am Morgen des 15. November, dem 25. Jahrestag nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgestz, am Berliner Hauptbahnhof angekommen ist? Das fragen sich einige Leser*innen des Live-Blogs zu der 76stündigen Bahntour mit Regionalzügen durch alle 16 Landeshauptstädte vom 12. bis 15. November.

Ein Video-Interview des Jugendclubs des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) am Freitagnachmittag am Berliner Hauptbahnhof gibt Aufschluss darüber, wie es weiterging und wie die Organisatoren Rolf Allerdissen und Markus Ertl die Fahrt erlebt haben und einschätzen. "Mehr Inklusions - Mehr Inklusion" skandierten sie auf jeden Fall vor dem Sitz des Bundespräsidenten, nachdem sie dort erst nicht vorgelassen wurden.

Nach der Ankunft am Berliner Hauptbahnhof herrschte erst einmal kräftiger Medienrummel mit Interviews und Fotos. Dem folgte die Urkundenüberreichung am Bahnsteig durch das Rekord Instutut für Deutschland (RID), denn diese Tour markiert einen Weltrekord, den die Reisegruppe bestehend aus Rolf Allerdissen, Markus Ertl, Aytekin Demirbas, Carola Szymanowicz und Thomas Szymanowicz in 76 Stunden, 8 Minuten und 45 Sekunden Reisezeit von Berlin nach Berlin geschafft hat.

Anschließend zog die Reisegruppe Niemand mit einigen Unterstützer*innen zum Sitz des Bundespräsidenten. Spätestens dort waren sie wieder in der Realität angekommen. Auf ihre Anfrage beim Bundespräsidialamt, dem Bundespräsidenten die auf der Tour gesammelten Erfahrungsberichte, Briefe und Bilder von behinderten Menschen und ihren Angehörigen zu übergeben, wurde ihnen zwar mitgeteilt, dass der Bundespräsident an diesem Tag keine Zeit hat, aber über die abweisende Behandlung dort war die Gruppe dann doch äusserst negativ überrascht. Wie ab Minute 7:40 im Vidoe geschildert. wurde die kleine Delegation wegen eines Staatsbesuches nicht ans Bundespräsidialamt vorgelassen, wo sie die Botschaften an der Pforte abgeben wollten. Sie mussten eine halbe Stunde im Kalten warten, bis sie letztendlich die Botschaften übergeben konnten. Trotzdem hat ein Kern der Gruppe beharrlich durchgehalten und skandiert "Mehr Inklusion - Mehr Inklusion" als der Bundespräsident mit seinem Staatsgast vor die Tür trat.



Ottmar Miles-Paul
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So war die Bahn-Tour für Thomas Szymanowicz

Thomas Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand
Thomas Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
So war für mich die Fahrt mit der „Reisegruppe Niemand“
vom 12. bis 15. November in 76 Stunden von Berlin nach Berlin
mit Regionalzügen durch 16 Landeshauptstädte.

Mein Name ist Thomas Szymanowicz.
Ich lebe mit einer Lernschwäche.
Vom „Ungehindert Netzwerk e.V.“ hörte ich von meiner Mutter.
Dieses Netzwerk plante eine Reise für das Grundgesetz.
Die Grundrechte im Grundgesetz schützen jeden Menschen.  Grundrechte schützen das Leben der Bürgerinnen und Bürger.
Der Staat muss sich an die Grundrechte halten.
Der Staat ist verpflichtet, die Grundrechte zu schützen.
Die Grundrechte sind ein Kern des Grundgesetzes.
Im Grundgesetz steht im Artikel 3 Abs. 3,
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“.
Für diesen Satz in Artikel 3 haben Menschen mit Behinderungen gekämpft.
Am 15. November 1994 kam dieser Satz in das Grundgesetz Artikel 3 (3).

Für diesen Geburtstag ging die Reisegruppe Niemand auf Fahrt.
Ich selbst bin mitgefahren, um für das Recht auf Leichte Sprache aufmerksam zu machen.
Warum ist Leichte Sprache wichtig?
Leichte Sprache ist gut für Barriere-Freiheit.
Leichte Sprache ist gut für alle Menschen.
Jeder Mensch kann Leichte Sprache besser verstehen.
Für viele Menschen ist Leichte Sprache wichtig, wie für:
Menschen, die wenig lesen können,
Menschen mit Lern-Schwierigkeiten,
Menschen, die wenig Deutsch können,
Menschen mit einer Sinnes-Behinderung.

Diese Reise von Berlin nach Berlin haben wir in 76 Stunden mit den Regionalzügen am 15. November 2019 geschafft.
16 Landeshauptstädte haben wir besucht.
348-mal hielt der Regionalzug.
3-mal haben wir übernachtet in München, Köln und Schwerin.
An diese Reise erinnere ich mich gern.
Es war ein großartiges Erlebnis.
Auf vielen Bahnhöfen wurden uns Botschaften überreicht.
Diese Botschaften gingen an den Bundespräsidenten.
Ein großartiges Erlebnis war für mich in Augsburg wie auch in meiner Heimatstadt Falkensee.
Meine Kolleginnen vom Büro „Fachkraft für Leichte Sprache“ haben mir in Augsburg auch eine Botschaft für den Bundespräsidenten übergeben.
Auch in Falkensee wurden wir herzlich begrüßt und bekamen weitere Botschaften für den Bundespräsidenten mit.

Auf der Bahnfahrt wurde auch von mir die Barrierefreiheit der Deutschen Bahn geprüft.
Bei Ansagen durch Lautsprecher und bei schriftlichen Anzeigen gab es keine Leichte Sprache.
Das muss sich ändern.

Ich möchte mich bedanken, die denen, die uns bei der für alle erfolgreichen Fahrt unterstützten.
Ein Dank an alle, die mich auf der Reise unterstützt haben.
Auch Dank an die Mitglieder der Reisegruppe für den Zusammenhalt und das gegenseitige Verhalten auf Augenhöhe.
Viel Kraft hat mir persönlich auf der Fahrt das Verhalten von Ottmar Miles-Paul gegeben, wofür ich ihm auch sehr dankbar war.

Thomas Szymanowicz
Ottmar Miles-Paul
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Fazit zur Bahn-Tour von Carola Szymanowicz 


Mein Fazit zum Projekt der „Reisegruppe Niemand“ vom 12.11. bis 15.11.2019 in 76 Stunden von Berlin nach Berlin mit Regionalzügen 16 Landeshauptstädte anzusteuern

Das Ziel der Reisegruppe war es mit diesem Projekt auf den 25-jährigen Geburtstag der Grundgesetzänderung vom 15.11.1994 im Artikel 3 Abs. 3 öffentlich zu machen. Für diese Grundgesetzänderung haben sich Menschen mit Behinderungen stark gemacht, so dass das Grundrecht „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ vor 25 Jahren in Kraft gesetzt wurde.

Ich selbst bin seit meiner Geburt gehörlos und damit nach dem Gesetz als behindert eingestuft. Gehörlose Menschen sind in unserer Gesellschaft eine Minderheit, die immer noch um ihre Rechte (Grundrechte) nach jahrzehntelangen Diskriminierungserfahrungen im gesellschaftlichen Umgang mit ihnen in der Gesellschaft für Teilhabe und Partizipation kämpfen müssen. Darauf aufmerksam zu machen, war mein Antrieb, diese kräftezehrende Fahrt mitzumachen, in einem Team, wo jeder der 5 beteiligten Personen eine andere Behinderung hat. Im Team nannte man mich die Botschafterin der Deutschen Gebärdensprache, mit dem Willen, diese Sprache in der Gesellschaft zu festigen und bekannt zu machen, damit Inklusion für gehörlose Menschen möglich werden kann.

Allen Reisenden, wie auch meinem Sohn Thomas, ging es um ein Ziel, aufzuzeigen, ob nach 25 Jahren die Grundgesetzänderung sich positiv für die Betroffenen ausgewirkt hat und so hatten auf den 348 Zwischenhalten Menschen mit und ohne Behinderungen die Möglichkeit, uns zu empfangen und Botschaften an den Bundespräsidenten mitzugeben. Diese sollten am Ende der Reise übergeben werden, was die Gruppe dann auch mit vielen Problemen tat.

Ich selbst bin froh, diese Reise miterleben zu dürfen, mit Menschen, die sich vom gesellschaftlichen Ziel der inklusiven Gesellschaft der Vielfalt nicht abbringen lassen, bis dieses Ziel sich in Deutschland mit der Umsetzung der UN-BRK und Agenda 2030 mit 17 nachhaltigen Zielen in menschenrechtsbasierte Gesetze und allen Sozialräumen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene durchgesetzt hat. Ich konnte unterwegs in der Bahn teilweise erleben, dass es Menschen gab, die meine Situation als gehörlose Frau erkannten und sich darauf einstellten. So wurde ich von Dunja Fuhrmann bei ihrem Empfang der Reisegruppe in Saarbrücken in Gebärdensprache begrüßt. Kassandra Ruhm, die uns eine Teilstrecke von Bremen nach Hamburg mit begleitete, sorgte mit ihren Kenntnissen in der Gebärdensprache dafür, dass ich bei den Gesprächen mit teilhaben konnte. Ein Mitarbeiter des Bahnservices, selbst Hörgeräteträger, war sehr aufmerksam mir gegenüber, da er merkte, dass ich gehörlos bin. Diese Erlebnisse zeigten mir, dass es möglich ist, wenn die Deutsche Gebärdensprache von der Frühförderung in der KITA bis zum Gymnasium gelehrt wird, die Lernenden davon profitieren und gehörlose Menschen inklusiv in einer offenen demokratischen Gesellschaft der Vielfalt leben können. 
 
Für mich als gehörlose Beteiligte auf dieser Fahrt, hat diese mir persönlich aber gezeigt, dass gehörlose Menschen noch lange nicht in unserer Gesellschaft angekommen sind. Teilhabe war dahingehend für mich zum größten Teil verschlossen, da ich selbst bei Gesprächen mit dem Umfeld, beim Treffen auf den Zwischenhalten mit Betroffenen, keine Dialoge führen konnte und auch keine Interviews mit Presse und Medien geben konnte, da mir keine Dolmetscher in Deutscher Gebärdensprache, die ich zur Dialogführung bzw. zu Gesprächen mit hörenden Menschen haben muss, zur Verfügung standen. Diese Tatsache ließ in mir eine schmerzliche Erinnerung aufkommen, die ich nach der Wahl als Kandidatin zur Kommunalwahl in der Partei machen musste, wo ich Mitglied bin.

Mein Wahlkampf beschränkte sich im digitalen Bereich und hatte mit meinen Themen zur Wahl trotz aller Widrigkeiten Zuspruch von Bürgerinnen und Bürgern, die mich wählten. Ich selbst konnte mir keine Kommunikationsunterstützung leisten und die Partei sieht politische Partizipation aller Menschen und deren Chancengleichheit nicht so eng, da für sie eine Finanzierung nicht möglich ist. Aber eines wurde mir auf den Weg mitgegeben, mich zukünftig im offenen Wahlkampf mit zu beteiligen, zwar ohne Kommunikation, aber als Bereicherung für die Partei in der Öffentlichkeit. Was ist das für ein Gefühl, wenn man nicht kommunizieren kann?

Die Bedeutung der Kommunikation in unserem menschlichen System ist, dass durch die Kommunikation der Austausch von Informationen hergestellt werden können. In menschlichen Beziehungen geht es darum, Freiräume für das Teilen und Entwickeln von Gedanken, Visionen und Gefühlen zu schaffen, in denen respektvolle und wertschätzende Begegnung und Erweiterung der persönlichen Horizonte stattfinden kann. Diese Tatsache betrifft alle Menschen. Hörende Menschen, wie auch jene, die dabei Unterstützung benötigen, egal in welcher Form, die für jeden individuell entsprechend seiner Kultur angepasst sein muss. Ist dies eine Benachteiligung, eine Diskriminierung, ein Versagen von politischer Partizipation, ein Versagen von politischer Meinungsbildung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft, wofür die Parteien nach den Wahlergebnissen finanziert werden. Dies ging mir u.a. während der Fahrt mit der Gruppe Niemand durch den Kopf.

Das der Weltrekordversuch in Erfüllung ging, wurde vom obersten Rekordrichter des RID mit einer Urkunde bestätigt. Es gibt also 5 Weltrekordhalter mehr in Deutschland, die aber das Ziel der Barrierefreiheit, Chancengleichheit, Mitbestimmung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen nicht aus den Augen verlieren werden. Ich danke all denen, die uns unterwegs empfangen und begrüßt haben, wie auch eine gehörlose Frau, die extra aus Wismar kam, um uns in Schwerin zu empfangen und zu begrüßen. All denjenigen, die mitgearbeitet haben, damit dieses Projekt ein Erfolg wurde.

Ich danke den Mitgliedern der Reisegruppe Niemand für das gegenseitige Unterstützen und Ottmar Miles-Paul, der dieses Projekt mit seinen kompetenten journalistischen Fähigkeiten in den kobinet-bachrichten erfolgreicher machte. Ebenso bedanke ich mich beim Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und der Integrationsbeauftragten der Stadt Falkensee, wie auch eine ehemalige Teilnehmerin eines Gebärdensprachkurses in Falkensee und die Juristin vom BSK e.V. (Mitorganisator des Projektes), die selbst noch bis zum Berliner Hauptbahnhof mitfuhr und den Mitgliedern der Reisegruppe mitgebrachten Kaffee im Zug einschenkte. Die genannten und nichtgenannten Personen haben die Reisegruppe herzlichst empfangen in Falkensee.
         
Als Mitglied des „Ungehindert Netzwerk“ e.V. werde ich mit meiner Familie den Kampf von Benachteiligung der Menschen mit Behinderungen weiterhin mit dem Netzwerk gemeinsam angehen und bestehen.

Carola Szymanowicz  

Carola Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand
Carola Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Nachlese: Podcast des BVN Radio

In einem Facebook-Post weist Jo Schrader auf den Podcastbeitrag des BVN-Radio hin (Beitrag Reisegruppe Niemand auf 76 Stunden-Tour durch Deutschland macht Rast in Hannover.mp3. )
"Ihr BVN Radio hat die Gruppe in Hannover getroffen.
(... Beitrag… bitte über den Link abrufen, runterladen, anhören)
https://bit.ly/35d85aO " schreibt er.
Hubertus Thomasius
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Video Interview mit der Reisegruppe

Der DBSVJugendclub veröffentlicht im Youtube unter dem Titel "Reisegruppe Niemand - Das Interview am Berliner Hauptbahnhof" ein Video (https://youtu.be/qEKVwaTsWFA).
Hubertus Thomasius
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Weltrekord: 76:08:45 Stunden für Rundreise mit Regionalzügen durch alle 16 Landeshaupstädte

Insgesamt wurden nach dem Start am 12, November um 4:27 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof
348 Zwischenhalte 
29 Bahnhöfe
28 Umstiege an Bahnhöfen
von 5 Personen bewältigt
Mit dem einen Ziel:
Das nunmehr seit 25 Jahren geltende Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen im Grundgesetz mit dem Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" muss endlich konsequent und überall umgesetzt werden. 
Gruppenbild der Reisegruppe Niemand nach der Rekordreise am Berliner Hauptbahnhof am 15.11.2019
Gruppenbild der Reisegruppe Niemand nach der Rekordreise am Berliner Hauptbahnhof am 15.11.2019   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Geschafft! Wir sind zurück in Berlin und damit ist die Rundreise durch alle 16 Landeshauptstädte beendet

Beschwingt ist die Reisegruppe Niemand wie geplant nach über 76 Stunden Bahntour zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen im Grundgesetz im Berliner Hauptbahnhof angekommen.
Der Weltrekord ist geschafft!
Danke an alle UnterstützerInnen
Ankunft auf Gleis 12 mit viel Trubel am Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof
Ankunft auf Gleis 12 mit viel Trubel am Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Kaffee ab Falkensee

Andrea Fabris aus Falkensee beglückte die Reisegruppe bei ihrem Zustieg in Falkensee mit Kaffee. Juhu!
Jetzt noch 10 Minuten, dann ist das Ziel erreicht.
Andrea Fabris vom BSK versorgt die Gruppe im vollen Zug mit Kaffee
Andrea Fabris vom BSK versorgt die Gruppe im vollen Zug mit Kaffee   Bild: kobinet/omp
Und schon ist das Ziel in Sicht
Bildschirm im Zug mit Anzeige Berlin Hauptbahnhof
Bildschirm im Zug mit Anzeige Berlin Hauptbahnhof   Bild: Andrea Fabris BSK
Ottmar Miles-Paul
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Dopingverdacht

Kurz bevor die Mitglieder der Reisegruppe Niemand nach ihrer Ankunft in Berlin ihre Urkunden für den geschafften Weltrekord bekommen, sind ernsthafte Dopinggerüchte aufgekommen. 
kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Reisegruppe von Anfang bis Ende begleitet, gab sofort nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe ein umfassendes Schuldeingeständnis ab. Er konnte der Versuchung der von den Empowerment-Trainerinnen Kerstin Wöbbeking und Ines Spilker in Minden heimlich zugesteckten Dopingmittel nicht widerstehen. Inzwischen ist dazu auch ein von Papparazzis aufgenommenes Bild von Miles-Paul mit den Dopingmitteln Cola light und mit Schokolade überzogenen Marshmellows von Haribo im Netz aufgetaucht. 
Also eine klare Sache: Schuldig in allen Punkten der Anklage.
Ottmar Miles-Paul mit Cola light und Schokomarshmellows.
Ottmar Miles-Paul mit Cola light und Schokomarshmellows.   Bild: Papparazzis
Weitere, aber noch unbestätigte Anschuldigungen, dass sich die Naschkatze auch in Bad Kreuznach Dopingmittel in Form einer Süßigkeitentüte beschaffte, kreisen zudem im Netz. 
Ottmar Miles-Paul
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Berlin, Berlin -Wir sind im letzten Zug nach Berlin

Die letzte Etappe der Bahntour kann beginnen. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Satzes „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes sitzt die Reisegruppe Niemand jetzt im letzten Zug ihrer Rundreise von und nach Berlin durch alle 16 Landeshauptstädte. 
Anzeigentafel Zugabfahrt von Schwerin nach Berlin um 6:00 Uhr
Anzeigentafel Zugabfahrt von Schwerin nach Berlin um 6:00 Uhr   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Beispielhafter Brief an den Bundespräsidenten

Auf ihrer Bahn-Tour hat die Reisegruppe Niemand viele Botschaften und Briefe behinderter Menschen an den Bundespräsidenten entgegen genommen, die am 15. November beim Bundespräsidialamt abgegeben wurden. Als Beispiel hierfür veröffentlichen wir in diesem Blog einen Brief von Constanze Schwede:

Hallo liebe Reisegruppe Niemand,

vorab vielen Dank für Euer Engagement.

Es ist schwierig für mich meine Gedanken zu dem Thema Inklusion zu Papier zu bringen. Es sind so viele. Im Moment teilweise zu viele.

Wie weit ist Deutschland im Punkt Inklusion?
Schon spontan fallen mir viel zu viele Hindernisse ein:

Kopfsteinpflasterstraßen (die sogar als Kopfsteinpflasterstraße erneuert werden)
Kleinpflastersteine als Gehwegbelag
Kleine Stufen, die aus ästhetischen Gründen gebaut wurden
Eingänge für Behinderte, die auf die Rückseite von Gebäuden geplant werden
Fehlende Ausschilderungen
Fehlende Piktogramme
Fehlende Leitstreifen im öffentlichen Raum
Keine Barrierefreiheit beim sozialen Wohnungsbau
Gleichsetzung von Barrierearmut und Barrierefreiheit
Fahrstühle ohne visuelle Feuermelder
Kaum taktile Elemente
Fahrstühle, die zu schmal für elektronische Rollstühle sind
Bushaltestellen, die nicht barrierefrei zu erreichen sind
Fehlende Orientierungshilfen in öffentlichen Gebäuden
und so vieles mehr.

Leider wird auch der Staat beim Thema Inklusion seiner Vorbildfunktion nicht gerecht. So werden z.B. staatliche Internetseiten nicht automatisch mit einer Vorlesefunktion und in leichter Sprache angeboten, aber sind mit verschiedenen Landessprachen ausgestattet. D.h. an fehlenden finanziellen Mitteln scheint es nicht zu liegen.

Traurig auch, wenn in unserer angeblich aufgeklärten Gesellschaft nicht genügend Rücksichtnahme vorherrscht, um Kindern in der Schule ein Krankheitsbild des Mitschülers zu erklären und zu versuchen, einen gemeinsamen Unterricht aufzubauen. Stattdessen werden immer wieder Kinder mit Behinderungen ausgegrenzt, inklusive der Versuche sie aufgrund der Behinderung der Schule zu verweisen.

Oder Diabetiker, die ihr Besteck im Museum lediglich offen in einem durchsichtigen Plastikbeutel mitführen dürfen. Mit dem Hinweis, bitte auf den Toiletten die Insulin-Spritze zu setzen.

Nachdenklich stimmt auch, wenn der Eindruck entsteht, dass Behindertenbeauftragte oder -beiräte eher eine schmückende Funktion, denn eine tatsächliche beratende Aufgabe haben.
 
Und dann gibt es noch die massiven Vorurteilen

Allein aufgrund der Behinderung ist man für einen Teil der Gesellschaft nicht besonders belastbar. Das führt oft auch zu Ausgrenzungen durch angebliche Rücksichtnahme, bzw. Überfürsorglichkeit, um das eigene Wohlempfinden zu steigern (Seht her, was für ein verständnisvoller Mensch ich doch bin, ich kenne einen Behinderten)

Auch treten immer wieder Situationen auf, in denen man z.B. wie eine beschädigte Ware behandelt wird, von der Abstand zu halten ist.

Oder man wird nicht mehr ernst genommen, weil eine Behinderung mit dem Verlust des Intellekts gleichgesetzt wird.

Auch bei nicht sichtbaren Behinderungen herrschen viele Vorurteile vor.

Sprüche wie „Das Leben ist so schön, das musst Du doch sehen“ einem Depressiven gegenüber zu äußern, entspricht etwa dem Rat an einen Asthmatiker gegenüber, dass er atmen solle, denn es gibt doch genügend Luft. Abstempelungen als krank und nicht belastungsfähig oder gar dumm sind keine Seltenheit. Und einige Krankheiten scheinen auch gesellschaftsfähiger als andere zu sein.

Von den teilweise vorherrschenden Standesdünkeln zwischen Menschen mit Behinderungen untereinander ganz zu schweigen.

Das sind nur einige der Gedanken und Emotionen, die mir spontan ohne langwierige Überlegungen durch den Kopf gehen. In dieser Gesellschaft sind noch viele mentale sowie bauliche Barrieren ab- und zwischenmenschliches Verständnis aufzubauen.
Tja, Inklusion in der Gesellschaft 2019.

Mit herzlichen Grüßen

Constanze Schwede, 14.11.2019

Ottmar Miles-Paul
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Überraschungsempfang in Schwerin

14 Stunden nach dem Start der Reisegruppe Niemand am dritten Tag ihrer Bahntour in Köln erlebte diese gestern einen Überraschungsempfang bei ihrer Ankunft in Schwerin. Nach der tollen Kundgebung mit vielen Aktiven, die an den Kieler Hauptbahnhof gekommen waren, stieg noch der schleswig-holsteinische Landesbehindertenbeauftragte Uli Hase zu und fuhr ein paar Stationen mit. Spätestens beim Umstieg in Bad Kleinen war dann aber die Müdigkeit in der Gruppe allgegenwärtig.

Beim letzten Ausstieg des Tages in Schwerin waren die müden Krieger also voll auf Ausruhen eingestellt. Umso größer war dann der Aufweckfaktor als die Reisegruppe in Schwerin von einer Delegation verschiedener Akteure begrüßt wurde. Mit dabei waren u. a. der Bürger- und damit auch Landesbehindertenbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern Crone mit seinem Mitarbeiter Kaiser sowie die städtische Behindertenbeauftragte Hennings. Der Empfang der Reisegruppe war zwar angekündigt, ging aber in der Hektik des Tages unter. Umso toller war die Überraschung.

Neben Christine Braunert-Rümenapf aus Berlin, Stephanie Aeffner aus Baden-Württemberg, Petra Wontorra aus Niedersachsen und Uli Hase aus Schleswig-Holstein ist Matthias Crone der fünfte Landesbehindertenbeauftragte, der die Bahntour unterstützt und die Reisegruppe traf. Der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch musste seine angekündigte Mitfahrt von Bad Kreuznach nach Mainz wegen einer Erkältung schweren Herzens absagen.

Danke Schwerin, danke an alle, die der Reisegruppe Niemand in den letzten Tagen Rückenwind gegeben haben. Das hat immer wieder die Müdigkeit und die diversen Schmerzen vertrieben.
Ottmar Miles-Paul
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15. Landeshauptstadt Schwerin geschafft

Nach einem langen Tag hat die Reisegruppe Niemand am Vorabend des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots für beinderte Menschen im Grundgesetz die 15. Landeshauptstadt Schwerin erreicht. Morgen früh geht's von dort weiter nach Berlin. 
Zum Abschluss der heutigen Mammuttour gabs noch ein Gruppenbild mit Schaffnern im Zug.
Abschlussbild für den Tag im Zug nach Schwerin mit Schaffnern
Abschlussbild für den Tag im Zug nach Schwerin mit Schaffnern   Bild: kobinet/omp
Anzeigentafel Schwerin Abfahrt 15.11.19 um 6:00 Uhr nach Berlin
Anzeigentafel Schwerin Abfahrt 15.11.19 um 6:00 Uhr nach Berlin   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Uli Hase ist vierter Landesbeauftragte, der Reisegruppe trifft


Der schleswig-holsteinische Landesbehindertenbeauftragte Dr. Uli Hase fuhr ein Stück mit der Reisegruppe im Zug von Kiel nach Lübeck. Dabei ergaben sich spannende Gespräche zur Umsetzung der Menschenrechte behinderter Menschen. 
Neben Christine Braunert-Rümenapf aus Berlin, Stephanie Aeffner aus Baden-Württemberg und Petra Wontorra aus Niedersachsen ist Uli Hase der vierte Landesbehindertenbeauftragte, der die Bahntour unterstützt. Der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch musste seine angekündigte Mitfahrt von Bad Kreuznach nsch Mainz wegen einer Erkältung absagem.
Markus Ertl und Rolf Allerdissen im Gespräch mit Uli Hase im Zug nach Lübeck
Markus Ertl und Rolf Allerdissen im Gespräch mit Uli Hase im Zug nach Lübeck   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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14. Landeshauptstadt Kiel geschafft

Ganz toller Empfang in Kiel. Die 14. von 16 Landeshauptstädten ist erreicht. Jetzt geht's weiter nach Lübeck und dann übernachten wir in Schwerin.
Anzeigentafel Kiel Abfahrt 17:43 Uhr nach Lübeck
Anzeigentafel Kiel Abfahrt 17:43 Uhr nach Lübeck   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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13. Landeshauptstadt Hamburg geschafft


Fast, ja fast, wäre die Zahl 13 zur Pechszahl für die Reisegruppe Niemand geworden. Der Zug aus Bremen hatte 8 Minuten Verspätung bei der Einfahrt im Hamburger Hauptbahnhof. Einige ServicemitarbeiterInnen standen bereit und lotsten uns in Windeseile durch den wuseligen Bahnhof. Dann noch Bahnsteigwechsel rauf und runter und rein in den Zug nach Kiel. 
Das Problem war nur, dass Rolf Allerdissen fehlte. Aus Versehen wurde Kassandra Ruhm, die von Bremen aus mitgefahren war, ans neue Gleis begleitet. doch Rolf Allerdissen mit seinem Rolli und ganzen Geschlepp fehlt. Der wurde vom Service aus Versehen vergessen. 
Doch die Zugbegleiter und das Servicepersonal zögerten die Abfahrt hinaus, so dass Rolf Allerdissen den Zug gerade noch geschafft hat. 
Das hätte einen Teil der Tour durcheinander gewirbelt. So ist aber alles bestens, Hamburg als 13. Landeshauptstadt wurde erreicht und jetzt geht's nach Kiel.
Anzeigentafel Hamburg Abfahrt 14.11.19 um 15:43 Uhr nach Kiel
Anzeigentafel Hamburg Abfahrt 14.11.19 um 15:43 Uhr nach Kiel   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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12. Landeshauptstadt Bremen geschafft


Von Hannover nach Bremen ist es ja nicht ganz soweit. Die Reisegruppe Niemand hat auch diese Etappe und damit 3/4 der Landeshauptstädte geschafft. Toll war, dass die Gruppe auch in Bremen von behinderten Menschen wie Kassandra Ruhm begrüßt wurde. Kassandra kommunizierte auch gleich munter in Gebärdensprache mit Carola Szymanowicz. 
Die Reisegruppe ist immer noch im Zeitplan und hat noch gute Chancen den Weltrekord zu schaffen. Also auf nach Hamburg. 
Kassandra Ruhm im Zug nach Hamburg mit der Reisegruppe
Kassandra Ruhm im Zug nach Hamburg mit der Reisegruppe   Bild: kobinet/omp
'Anzeigentafel Bremen Abfahrt 14.11.19 um 13:58 Uhr nach Hamburg
'Anzeigentafel Bremen Abfahrt 14.11.19 um 13:58 Uhr nach Hamburg   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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11. Landeshauptstadt Hannover geschafft

Das war knapp. Wenn der Anschluss in Minden nicht geklappt hätte, hätte die Reisegruppe Niemand einen fulminanten Empfang in Hannover verpasst. Aber alles Top und unglaublich, wie wir in der 11. Landeshauptstadt unserer Tour empfangen wurden. Die Behindertenbewegung in Hannover lebt und ist Spitze. Stellvertretend für alle, die gekommen sind, ein ganz herzlicher Dank an Petra Wontorra und an Karl Finke.
Bild vom Empfang in Hannover und der Kundgebung am Gleis
Bild vom Empfang in Hannover und der Kundgebung am Gleis   Bild: kobinet/omp
Anzeigentafel Hannover Abfahrt 14.11.2019 um 12:20 Uhr nach Bremen
Anzeigentafel Hannover Abfahrt 14.11.2019 um 12:20 Uhr nach Bremen   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Munteres Treiben in der S Bahn von Minden nach Hannover

Reges Treiben in der S-Bahn nach Hannover
Reges Treiben in der S-Bahn nach Hannover   Bild: kobinet/omp
Trotz 5 Minuten Verspätung hat die S Bahn in Minden nach Hannover gewartet. Nachdem die Anspannung gewichen war, ging es sehr munter in der S Bahn zu. 
Höhepunkt war eine Gesangsdarbietung von Andrea Eberl, die in Düsseldorf zugestiegen und bis Hannover mitgefahren ist. Sie sang ihr Lied „Große Frau“ von ihrer CD „Blindes Vertrauen“.
Andrea Eberl singt in der S-Bahn ihr Lied
Andrea Eberl singt in der S-Bahn ihr Lied "Große Frau" von ihrer CD "Blindes Vertrauen"   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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LübbeckerInnen auf dem Weg nach Minden

Lübbecke ist wach und auf dem Weg nach Minden. Wir freuen uns auf euch und eure Erfahrungen.
Die LübbeckerInnen auf dem Weg nach Minden zur Reisegruppe Niemand
Die LübbeckerInnen auf dem Weg nach Minden zur Reisegruppe Niemand   Bild: Ines Spilker
Und so sieht das am Bahnhof in Minden aus als die Gruppe komplett war, die mit nach Hannover fuhr.
Gruppe in Minden zum Empfang der Reisehruppe Niemand
Gruppe in Minden zum Empfang der Reisehruppe Niemand   Bild: Kerstin Wöbbeking
Ottmar Miles-Paul
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10. Landeshauptstadt Düsseldorf geschafft

Jetzt sind wir zweistellig. Mit Düsseldorf haben wir gegen 7:00 Uhr morgens die 10. Landeshauptstadt auf unserer Tour erreicht. Jetzt gehts auf Hannover zu. 
Anzeigentafel Düsseldorf 14.11.2019 7:54 Uhr Abfahrt nach Minden (Westfalen)
Anzeigentafel Düsseldorf 14.11.2019 7:54 Uhr Abfahrt nach Minden (Westfalen)   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Ei, was sind die alle schon wach!

Beim Abmarsch im Hostel um 5:55 Uhr rieben sich noch alle die Augen und sahen aus wie übermüdete Gespenster. Kaum am Kölner Hauptbahnhof angekommen und jetzt im Zug wird gequatscht und debattiert, was das Zeug hält. Ein Mitarbeiter des Zugbetreibers National Express ist in eine tiefe Diskussion mit der Reisegruppe Niemand verwickelt, während der Bayern-Fan Markus Ertl es über sich ergehen lässt, dass Bernd Woltmann vom LVR sich darüber freut, dass Borussia Mönchengladbach derzeit Tabellenführer der Fußballbundesliga ist. Dieses Thema ist damit zum Glück durch.
Diskussionen im Zug nach Düsseldorf
Diskussionen im Zug nach Düsseldorf   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Blauhelmeinsatz am Kölner Hauptbahnhof

Nachdem die Reisegruppe gestern Abend am UN-Campus in Bonn vorbeigefahren ist, folgt heute Morgen auf dem Fuße ein Blauhelmeinsatz am Kölner Hauptbahnhof. Damit will Bernd Woltmann sicherstellen, dass die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt wird. 
Bernd Woltmann von der Stabsstelle Inklusion des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) begleitet die Reisegruppe von Köln bis Essen. Den blauen Helm mit der Aufschrift UN-BRK nutzt Bernd Woltmann schon seit 2015 immer wieder, um deutlich zu machen, dass die Baustelle Umsetzung UN-Behindertenrechtskonvention engagiert bearbeitet werden muss.
Bernd Woltmann mit blauem Helm mit der Aufschrift UN-BRK
Bernd Woltmann mit blauem Helm mit der Aufschrift UN-BRK   Bild: kbinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Start mit Fragezeichen in den dritten Tag der Bahn-Tour

Vom penetranten und unerbittlichen Geräusch des Weckers um 5:00Uhr aus dem Schlaf gerissen, fragt sich kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul heute Morgen, ob der dritte Tag der Bahn-Tour genau so problemlos und glatt verläuft, wie die ersten beiden Tage. Das hatte nämlich schon etwas fast Mystisches an sich, wie glatt alles lief. Die Züge hatten so gut wie keine Verspätung. Die Reisegruppe fand immer Platz in den Abteilen. Und die Umstiege, die zum Teil recht knapp kalkuliert waren, klappten mit Hilfe des Servicepersonals an den Bahnhöfen ohne große Aufregung. vor allem war es zum Teil unglaublich, wie die Reisegruppe von Station zu Station an Energie zu gewinnen schien, angesichts der spannenden Begegnungen und Diskussion mit den vielen Menschen, auf die sie trafen.

Doch heute dürfte für die Gruppe und deren Weltrekordversuch der Tag der Wahrheit kommen. Denn das chronische Schlafdefizit, die sich langsam aber sicher verstärkenden Rückenschmerzen und andere behinderungsbedingte Belastungen fordern ihren Tribut. Das Schniefen des kobinet-Redakteurs mit seiner Milbenallergie und seine Niesanfälle sind da nur ein sichtbares Zeichen der Anstrengungen. Und schließlich geht es heute durch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo die Züge sicher voller sind.

Jede Ablenkung und Unterstützung an den Bahnhöfen und in den Zügen könnte also entscheidend sein, dass die Reisegruppe es heute wie geplant von Köln nach Schwerin schafft.



iPad Anzeige zeigt 5:00 Uhr morgens
iPad Anzeige zeigt 5:00 Uhr morgens   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Treue Leserin des Live-Blogs in Koblenz bei der Bahn

Die TeilnehmerInnen der Reisegruppe Niemand kriegen zwar viele Rückmeldungen zur aktuellen Bahntour, aber fragen sich immer wieder, wer den Live-Blog zur Tour eigentlich verfolgt. Eine Antwort darauf bekamen sie beim Umsteigen in Koblenz. Frau Piroth vom dortigen Team der Bahn outete sich als intensive Leserin des Blogs und wünschte der Reisegruppe weiterhin viel Erfolg.

Ein guter Grund mit ihr ein Bild am Bahnsteig zu machen.
Aytekin Demirbas, Frau Pirot als Blogleserin und Ottmar Miles-Paul als Blogschreiber am Zug in Koblenz
Aytekin Demirbas, Frau Pirot als Blogleserin und Ottmar Miles-Paul als Blogschreiber am Zug in Koblenz   Bild: Rolf Allerdissen UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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9. Landeshauptstadt Wiesbaden geschafft

Das war ein kurzer Trip von Mainz nach Wiesbaden. Wichtig war, dass wir den Anschluss nach Koblenz erreicht haben. An der Stelle muss mal gesagt werden, dass die MitarbeiterInnen der verschiedenen Bahngesellschaften bei dieser Tour richtig mitmachen. 
Anzeigentafel Wiesbaden 19:33 Uhr Abfahrt nach Koblenz
Anzeigentafel Wiesbaden 19:33 Uhr Abfahrt nach Koblenz   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Halbzeit: 8. Landeshauptstadt Mainz geschafft

In Mainz war es kniffelig, weil nicht viel Zeit zum Umsteigen nach Wiesbaden war. Aber alles gut geklappt. Damit ist nicht nur die Hälfte der Reisezeit vorbei, sondern wurden auch die Hälfte der Landeshauptstädte erreicht.

Am Bahnsteig wurden wir vom Inklusionsbotschafter Carsten Trimpop in Mainz begrüßt. Carsten Trimpop hat einen aufregenden Weg in Sachen selbstbestimmt Leben hinter sich. Viele Jahre lebte er in einer Behinderteneinrichtung und arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Heute lebt Carsten Trimpop in einer eigenen Wohnung mit Assistenz, hat den Job in der Werkstatt an den Nagel gehängt und mischt sich ins Mainzer Alltagsleben als treuer Mainz 05 Fan und Vorstandsmitglied des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) ein. Er drückt der Reisegruppe ganz feste die Daumen.

Jetzt gehts über den Rhein nach Wiesbaden. 
Anzeigentafel Mainz Abfahrt 19:13 Uhr nach Wiesbaden
Anzeigentafel Mainz Abfahrt 19:13 Uhr nach Wiesbaden   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Süßer Empfang in Bad Kreuznach

Bad Kreuznach durfte im Fahrplan nicht fehlen. Dort gibt es viele engagierte behinderte und nichtbehinderte Menschen. Eine kleine aber sehr feine Delegation begrüßte die Reisegruppe bei ihrem kurzen Halt am mittlerweile barrierefrei umgebauten Bahnhof. Eine Tüte mit Süßigkeiten und eine Flasche Wein gaben sie den Reisenden mit auf den Weg. 
Das Begrüßungskommittee in Bad Kreuznach
Das Begrüßungskommittee in Bad Kreuznach   Bild: Stephan Otto
Ottmar Miles-Paul
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HURRAH -HALBZEIT

Der Jubel war nicht nur bei der Reisegruppe Niemand, sondern auch bei einzelnen Mitreisenden groß, als die Reisegruppe kurz vor Bad Kreuznach gegen 18:30 Uhr ihr Bergfest feierte. Die Hälfte der ambitionierten Tour ist geschafft - also 38 der insgesamt 76 Stunden.

Also, hoch die Tassen,

Ottmar Miles-Paul
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7. Landeshauptstadt Saarbrücken geschafft


Einen unglaublichen Empfang boten uns die SaarbrückerInnen um Dunja Fuhrmann und Peter Reichert. Aktive verschiedener Verbände waren trotz Kälte mit Transparent, super guter Laune, leckerem Kaffee und einer Marschverpflegung ans Gleis gekommen, die uns auf jeden Fall bis zur Ankunft in Köln, wenn nicht sogar bis Berlin reicht. 
Anzeigentafel Saarbrücken Abfahrt 16:51 Uhr nach Mainz
Anzeigentafel Saarbrücken Abfahrt 16:51 Uhr nach Mainz   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Engagierter Austausch mit Steffi Aeffner

Die Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg Stephanie Aeffner traf sich nicht nur mit der Reisegruppe Niemand am Stuttgarter Hauptbahnhof, sondern fuhr ein Stück des Weges mit ihr bis nach Karlsruhe. Während der Fahrt, die auch von Ulla Kenntner und Andreas Lapp-Zens vom Stuttgarter Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) bis nach Neustadt an der Weinstraße begleitet wurde, wurde munter diskutiert. An müde werden war da für die Reisegruppe gar nicht zu denken. 

Danke an dieser Stelle an alle, die unseren Weg kreuzen, uns bereichern und uns vor allem wach halten.






Rege Diskussion und volles Haus im Zug nach Karlsruhe
Rege Diskussion und volles Haus im Zug nach Karlsruhe   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Bild von der Kundgebung am Stuttgarter Hauptbahnhof
Bild von der Kundgebung am Stuttgarter Hauptbahnhof   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Keine Atempause

Seit die Reisegruppe Niemand heute Morgen in München losgefahren ist, hatte sie bis Neustadt an der Weinstraße ständig Mitreisende. Dementsprechend munter wurde auch diskutiert und sich ausgetauscht. In Ulm stieg beispielsweise der Inklusionsbeauftragte der Donaustadt zu. Eine Mitstreiterin des Polioverbandes aus Oberschwaben gesellte sich ebenfalls zur Gruppe.

Richtig munter und intensiv wurde es dann am Stuttgarter Hauptbahnhof. Bereits von weitem war dort Meli Fischer zu hören, die vom Gleisende des Kopfbahnhofes aus die Reisegruppe Niemand zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot lautstark begrüßte. Ihre von den Protesten zu Stuttgart 21 geschulte Stimme machte ein Megaphon überflüssig. Bei einer kleinen Kundgebung beim Wartebereich am Service Point stießen dann die Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg Steffi Aeffner, die Inklusionsbotschafterin Ellen Keune, VertreterInnen des Stuttgarter Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen und andere Aktive zur Gruppe hinzu. Dass die Rechte behinderter Menschen konsequenter eingefordert und auch eingeklagt werden müssen, war einhelliger Tenor.

Meli Fischer mit ihrem E-Rolli und Plakat „Wer hilft mir in die Bahn“, das sich auf neue Barrieren der U-Bahn bezieht
Meli Fischer mit ihrem E-Rolli und Plakat „Wer hilft mir in die Bahn“, das sich auf neue Barrieren der U-Bahn bezieht   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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6. Landeshauptstadt geschafft: Stuttgart

Jetzt ist die Reisegruppe im Herzen des Schwabenlandes angekommen. Nach Potsdam, Magdeburg, Dresden, Erfurt und München kommt jetzt Stuttgart zu den abgefahrenen Landeshauptstädten dazu. Dort gibt's jetzt etwas Aufenthalt, bevor es kurz vor 13:00 Uhr nach Karlsruhe ins Badenland geht. 
Anzeigentafel Stuttgart Abfahrt 12:59 Uhr nach Karlsruhe
Anzeigentafel Stuttgart Abfahrt 12:59 Uhr nach Karlsruhe   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Zwischenbilanz der Bahn-Tour in Ulm

Den Aufenthalt in Ulm konnte ich nutzen, um eine kleine Zwischenbilanz der Bahntour der Reisegruppe Niemand zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen im Grundgesetz zu ziehen.

Bis Ulm hat die Reisegruppe schon 167 der insgesamt 348 Zwischenhalte geschafft. Sie ist bereits 11 von 28 mal an Bahnhöfen umgestiegen. 5 der 16 Landeshauptstädte wurden bereits besucht und 30 Stunden der insgesamt 76stündigen Tour sind vorbei. Auch wenn den Reisenden die Müdigkeit in den Knochen sitzt, sind alle guten Mutes, dass dieser Weltrekord gelingt und dem Benachteiligungsverbot im Grundgesetz Schwung verliehen wird.

Heute stehen mit Stuttgart, Saarbrücken, Mainz und Wiesbaden vier weitere Landeshauptstädte auf dem Plan, bis die Gruppe hoffentlich wie geplant spät abends in Köln ankommt.
Rolf Allerdissen am Banner mit der Landkarte zur Tour
Rolf Allerdissen am Banner mit der Landkarte zur Tour   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Gebärde des Tages


Da heute im Zug von München nach Ulm die Vertreterinnen der Firma Verbavoice mitfuhren, die die Tour in Sachen Gebärdensprachdolmetschung unterstützen, nutzte Carola Szymanowicz die Gelegenheit zusammen mit Markus Ertl die Gebärde des Tages einzuüben und vorzustellen. Das klingt einfacher als es ist, denn Carola ist gehörlos und Markus ist blind. Mit Unterstützung durch Antonietta Gianitelli und Lara Dambon von Verbavoice hatte es Markus Ertl dann doch schnell raus. Die Gebärde des Tages bedeutet: Null Ahnung.
Gebärde Null Ahnung von Markus Ertl mit einem O aus Daumen und Zeigefinger mit 3 Fingern nach oben an die Stirn gehalten
Gebärde Null Ahnung von Markus Ertl mit einem O aus Daumen und Zeigefinger mit 3 Fingern nach oben an die Stirn gehalten   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Thomas Szymanowicz trifft Kolleginnen vom Leichte Sprache Büro in Augsburg


Thomas Szymanowicz hat sich für diese Bahntour extra Urlaub genommen.Er fährt vor allem mit, um für eine Leichte Sprache zu werben. Und wie es der Fahrplan wollte, hielt der Zug heute auch kurz am Augsburger Hauptbahnhof. Dies ließen sich seine Kolleginnen nicht nehmen und kamen ans Gleis, um ihn und die Gruppe zu begrüßen. Thomas Szymanowicz ist im Rahmen seiner Tätigkeit als Bürofachkraft für Leichte Sprache zwar in Berlin beschäftigt, muss aber immer wieder nach Augsburg fahren, wo das Büro bei der Caritas angesiedelt ist.

Seine Kolleginnen müssen heute u.a. noch eine Einladung zum Beiratstreffen des Projektes in Leichte Sprache übersetzen. Thomas Szymanowicz hat dieser Job nicht nur den Weg aus der Werkstatt für behinderte Menschen geöffnet, wo er sich nicht wohl fühlte. Er kann nun auch mehr für das Recht auf Leichte Sprache werben und bekommt einen richtigen Lohn mit Sozialversicherung.
Treffen am Augsburger Hauptbahnhof mit Mitarbeiterinnen des Büros für Leichte Sprache der Caritas
Treffen am Augsburger Hauptbahnhof mit Mitarbeiterinnen des Büros für Leichte Sprache der Caritas   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Großer Bahnhof zum Start in München in den zweiten Tag


Wenn Rolf Allerdissen sagt, dass man sich um 7:00 Uhr am Servicepoint trifft, dann ist er auch um Punkt 7:00 Uhr da.
Handy-Anzeige 7:00 Uhr
Handy-Anzeige 7:00 Uhr   Bild: kobinet/omp
Und auch genau um 7:00 Uhr erschienen die Mitarbeiterinnen von der Firma Verbavoice, die die Gebärdensprachdolmetschung immer wieder während der Tour übernehmen.

Oswald Utz, der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München und Stadtratsmitglied, folgte auf dem Fuße. Am Ende fand sich am Abfahrtsgleis eine stattliche Gruppe von Aktiven aus München und vom Behindertenbeirat der Stadt ein. Ein guter Anlass für eine kleine Kundgebung am Gleis vor der Abfahrt nach Ulm.

Gut versorgt mit bayerischen Leckereien, die von Oswald Utz im Namen der MünchnerInnen übergeben wurden, machte sich die Reisegruppe Niemand auf den Weg.
Treffen am Münchner Hauptbahnhof
Treffen am Münchner Hauptbahnhof   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Kaltgeduscht in den zweiten Tag der Bahntour


Wenn der Verein UNgehindert etwas ankündigt, sollte man dies unbedingt ernst nehmen, dazu rät kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul. „Diese Bahntour ist nichts für Warmduscher“ hatte Rolf Allerdissen bei einer seiner Ankündigungen für die Bahntour in Facebook geschrieben. Und: gestern Abend in München angekommen, stand ein Marsch durch den Regen an, heute Morgen plätscherte es da draußen in München wieder.

Doch das ist nichts im Vergleich zur kalten Dusche von heute Morgen. Zumndest im 5. Stock des Hostels kam das warme Wasser nicht an. Also Hahn etwas länger laufen lassen. Kaum Veränderung. Dann halt Zähne zusammenbeißen und an den Spruch von Rolf Allerdissen von UNgehindert mit den Warmduschern denken und runter unter die kalte Dusche. So kommt man wohl auch mit nur 5 Stunden Schlaf durch den Tag.

Zum eigenen Schutz der BlogleserInnen haben wir in diesem Beitrag auf ein Bild verzichtet.
Ottmar Miles-Paul
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5. Landeshauptstadt München und der erste Tag der Bahntour geschafft


Kurz vor 23:00 Uhr am 12. November hat die Reisegruppe Niemand die nunmehr fünfte Landeshauptstadt auf ihrer Tour durch alle 16 Landeshauptstädte erreicht. Auch in München wurden sie trotz später Stunde und naßkaltem Wetter von einigen Aktiven empfangen. Mit dabei war auch Andi Vega, der ein Interview mit Markus Ertl am Bahnsteig führte.
 
Gut ein Drittel der Tour ist nun geschafft, nachdem die Gruppe am Morgen um 4:27 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof gestartet war. Dann ging's in München ab ins Hostel, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf einzufangen, wenn es am 13.11. wieder früh los geht.

Bahnhofsuhr zeigt kurz nach 23:00 Uhr
Bahnhofsuhr zeigt kurz nach 23:00 Uhr   Bild: kobinet/omp
Anzeigentafel München 13.11. Abfahrt 7:33 Uhr nach Ulm
Anzeigentafel München 13.11. Abfahrt 7:33 Uhr nach Ulm   Bild: UNgehindert
Empfang am Münchner Hauptbahnhof
Empfang am Münchner Hauptbahnhof   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Gastfreundschaft pur in Ingolstadt


Trotz später Stunde ließen es sich Hilda und Willi Back aus Ingolstadt nicht nehmen, die Reisegruppe Niemand am Bahnhof in Ingolstadt zu begrüßen. Sie begleiteten die Reisegruppe beim Umstieg in den Zug nach München um 22:05 Uhr.

Hilda Back hat vor 4 Jahren an einer Empowermentschulung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) in Erfurt teilgenommen und weiß, wie wichtig eine gute Unterstützung von aktiven Menschen ist. Daher versorgten Hilda Back und ihr Mann Willi die Reisegruppe mit Bretzeln, Äpfeln, Radler und Bier. Da kam so richtig Freude auf. Und plötzlich waren alle wieder hell wach. Ein großer Dank den gastfreundlichen IngolstädterInnen. 
Hilda Back und ihr Mann Willi mit den Leckereien am Bahngleis in Ingolstadt
Hilda Back und ihr Mann Willi mit den Leckereien am Bahngleis in Ingolstadt   Bild: kobinet/omp
Späte bayerische Brotzeit im Regional Express nach München
Späte bayerische Brotzeit im Regional Express nach München   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Rotkäppchen auf gleicher Augenhöhe


Seit Leipzig ließ Markus Ertl keine Gelegenheit aus, die BahnmitarbeiterInnen zu bezirzen, ob er nicht eine dieser roten Bahnmützen bekommen kann. Dabei setzte der Lenggrieser seinen ganzen Charme ein und zog alle Register. Er wäre natürlich auch bereit gewesen, eine solche Mütze zu kaufen. 

Während er anfangs auf Granit stieß, war er in Saalfeld schon so weit, dass der Servicemitarbeiter ihm eine Mütze gegeben hätte, wenn er eine dabei gehabt hätte. In Nürnberg kündigten die sehr netten Servicemitarbeiterinnen an, sie würden mal schauen, ob da was geht. In Ingolstadt überraschte Sabine Unger vom Bahnhofsmanagement Rosenheim Markus Ertl und schenkte ihm eine rote Bahnmütze.

Diese wird Markus Ertl nun wohl nicht mehr hergeben und sicherlich bei der Abschlusskundgebung am Freitag, 15. November zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz am Berliner Hauptbahnhof tragen. Er freute sich auf jeden Fall wie Bolle und ist jetzt der Oberbahner der Reisegruppe Niemand. 
Markus Ertl und Sabine Unger vom Bahnhofsmanagement Rosenheim mit roter Bahnmütze
Markus Ertl und Sabine Unger vom Bahnhofsmanagement Rosenheim mit roter Bahnmütze   Bild: Rolf Allerdissen UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Nach über 17 Stunden ist die Luft noch längst nicht raus


Dass die Luft noch lange nicht bei dieser Bahntour raus ist, dafür steht symbolisch der blaue Luftballon, der über Thomas und Carola Szymanowicz schwebt, während wir in einem zu einem Regional Express umfunktionierten IC von Nürnberg nach Ingolstadt fahren. Den Luftballon hat uns Marcus Wallocek aus Erfurt gestiftet.
Thomas und Carola Szymanowicz mit blauem Gasluftballon dazwischen
Thomas und Carola Szymanowicz mit blauem Gasluftballon dazwischen   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Kurzaufenthalt in der Frankenmetropole Nürnberg


Dieser Stopp war nötig. Durst, Hunger und Müdigkeit plagte die Reisegruppe nach mittlerweile 16 Stunden Zugfahrt. Doch in Nürnberg wurden neue Kräfte geschöpft, so dass es jetzt mit sehr netter Umstiegshilfe des Bahnpersonals nach Ingolstadt geht. 
Ottmar Miles-Paul
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Den Reiseplan im Blick


Mit einem aufhängbaren Plakat macht die Reisegruppe Niemand im Zug auf ihre Mission deutlich. Rolf Allerdissen hat das Plakat mit entsprechenden Aufhängern versehen. 
Rolf Allerdissen hat den Reiseplan im Zug aufgehängt
Rolf Allerdissen hat den Reiseplan im Zug aufgehängt   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Durchsage: "Wenn Sie aussteigen wollen, betätigen Sie bitte die Bedarfstaste"


Genau solche Durchsagen machen Carola Szymanowicz das Leben schwer: „Die nächste Haltestelle ist eine Bedarfshaltestelle. Wenn Sie aussteigen wollen, drücken Sie bitte die Bedarfstaste.“ Für die gehörlose Frau aus Falkensee sind solche Ansagen, die nicht schriftlich angezeigt werden, eine massive Benachteiligung, die gehörlosen Menschen das Reisen schwer macht.
Carola Szymanowicz
Carola Szymanowicz   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Jubel, Trubel, Heiterkeit im Zug nach Arnstadt


Richtig lustig und munter ging es im Zug von Erfurt nach Arnstadt nach dem tollen Empfang in Erfurt zu. Die Mitreisenden mussten da einiges aushalten und von Müdigkeit war keine Spur, obwohl die Reisegruppe jetzt schon 13 Stunden auf Achse ist.

Die Aktiven aus Arnstadt hatten auch ein grünes Transparent mit dem Text des Artikel 3 des Grundgesetzes dabei.
Viel Trubel im Zug nach Arnstadt
Viel Trubel im Zug nach Arnstadt   Bild: kobinet/omp
Zum Abschied wurde in Arnstadt das Transparent mit Artikel 3 des Grundgesetzes am Bahnsteig gezeigt
Zum Abschied wurde in Arnstadt das Transparent mit Artikel 3 des Grundgesetzes am Bahnsteig gezeigt   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Großer Bahnhof in 4. Landeshauptstadt Erfurt


In Erfurt wurden die Reisenden der Reisegruppe Niemand von einer ganzen Reihe von AktivistInnen aus Thüringen begrüßt. Bei einer kurzen Kundgebung am Gleis machte Marcus Walloschek deutlich, dass es gerade im Hinblick auf Barrierefreiheit noch viel zu tun gibt. 
Anzeigentafel Erfurt 16:38 nach Saalfeld
Anzeigentafel Erfurt 16:38 nach Saalfeld   Bild: UNgehindert
Kundgebung am Erfurter Hauptbahnhof zum Empfang der Reisegruppe
Kundgebung am Erfurter Hauptbahnhof zum Empfang der Reisegruppe   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Nette Besuche und engagierte Gespräche


Auch wenn die Aktiven der Reisegruppe Niemand nach einer Nacht mit wenig Schlaf und mittlerweile elfstündiger Reise mit Regionalzügen der Bahn allen Grund hätten, müde zu sein, gibt es kaum Luft zum Ausruhen. In Leipzig und Dresden kamen immer wieder nette Menschen des Weges, die zu anregenden Gesprächen und Diskussionen führen. Carola Nacke fuhr ebenso ein Stück im Zug mit, wie ein Torsten Steyer von der DB Regio Südost. In Leipzig am Bahnhof traf die Reisegruppe auf Michael Peukert.
Torsten Steyer von der DB Regio und Rolf Allerdissen
Torsten Steyer von der DB Regio und Rolf Allerdissen  
Carola Nacke im Zug mit der Reisegruppe Niemand
Carola Nacke im Zug mit der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Toller Empfang in Dresden


Beim gut 45minütigen Aufenthalt im Dresdner Hauptbahnhof gab es einen tollen Empfang von Dresdner Behindertenverbänden. Der Inklusionsbotschafter Peter Müller begrüßte die Reisegruppe in der Lounge des Bahnhofes und überreichte eine Reihe von Unterlagen zu Benachteiligungen, die dem Bundespräsidialamt übergeben werden. Er verwies dabei darauf, wie wichtig die Aufarbeitung der Geschichte ist und dass der Einsatz für die Demokratie intensiviert werden muss.

Die ebenfalls als Inklusionsbotschafterin aktive Sabine Müller überreichte der Reisegruppe ein Verpflegungspäckchen mit Dresdner Stollen. 
Empfang der Reisegruppe in der Lounge des Dresdner Hauptbahnhofs
Empfang der Reisegruppe in der Lounge des Dresdner Hauptbahnhofs   Bild: kobinet/omp
Sabine Müller aus Dresden überreichte Rolf Allerdissen von der Reisegruppe Niemand ein Päckchen mit Stollen
Sabine Müller aus Dresden überreichte Rolf Allerdissen von der Reisegruppe Niemand ein Päckchen mit Stollen   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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3. Landeshauptstadt Dresden geschafft


Nach Potsdam und Magdeburg hat die Reisegruppe bei ihrer Bahntour mit Dresden nun die dritte Landeshauptstadt erreicht. Bisher glänzen alle Verbindungen durch Pünktlichkeit. Jetzt geht's wieder zurück nach Leipzig und dann nach Erfurt.
Anzeigentafel Dresen Abfahrt 12:14 Uhr nach Leipzig
Anzeigentafel Dresen Abfahrt 12:14 Uhr nach Leipzig   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Zweimaliger Statist in der Lindenstrasse bei Bahntour mit dabei


Nach knapp sechs Stunden unterwegs mit der Reisegruppe Niemand erfährt man auch so einiges über die Mitreisenden. Aytekin Demirbas aus Braunschweig, der die Tour von Anfang an mitgestaltet hat, war beispielsweise schon zweimal Statist in der Lindenstrasse. Zuletzt war der blinde Lindenstrassenfan in der Folge 1717 mit dabei.

Nur dass keine Zweifel aufkommen, Dr. Dreßler, Gung, Angelina und Nico aus der Lindenstraße sind nicht bei der Bahntour dabei, sondern nur auf dem Bild der damaligen Sendungsaufzeichnung, das Aytekin Demirbas bekommen hat. 
Aytekin Demirbas zweiter hinten links mit DarstellerInnen der Lindenstrasse und seiner Schwester und Freundin
Aytekin Demirbas zweiter hinten links mit DarstellerInnen der Lindenstrasse und seiner Schwester und Freundin   Bild: Lindenstrasse
Ottmar Miles-Paul
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2. Landeshauptstadt Magdeburg geschafft


Hurrah, die 2. Landeshauptstadt wurde um 7:00 Uhr morgens erreicht. Problemloser Umstieg mit neuen Gästen im Regional Express nach Leipzig, wo wir gegen 9:00 Uhr ankommen sollen. Eine Vertreterin des Nahverkehrsservice von Sachsen-Anhalt und ein Vertreter von DB Regio haben sich zu uns gesellt und fahren ein Stück mit der Reisegruppe Niemand in Richtung Leipzig. 
Anzeigentafel Magdeburg 7:14 Uhr geht's weiter nach Leipzig
Anzeigentafel Magdeburg 7:14 Uhr geht's weiter nach Leipzig   Bild: UNgehindert
Angeregte Diskussion mit einem Mitarbeiter von DB Regio im Zug von Magdeburg nach Leipzig
Angeregte Diskussion mit einem Mitarbeiter von DB Regio im Zug von Magdeburg nach Leipzig   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Bahngespräche


Bei der Bahntour kommen immer wieder MitarbeiterInnen der verschiedenen Bahnunternehmen dazu. Im Regional-Express von Potsdam nach Magdeburg gab es bereits angeregte Gespräche über Bordsteinhöhen, den Mobilitätsservice und natürlich über den Weltrekordversuch mit dieser Bahntour.
Rolf Allerdissen im Gespräch mit einem Bahnmitarbeiter
Rolf Allerdissen im Gespräch mit einem Bahnmitarbeiter   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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1. Landeshauptstadt Potsdam geschafft


Potsdam haben wir problemlos und trotz der frühen Morgenstunde gut gelaunt erreicht. 
Jetzt geht's weiter nach Sachsen-Anhalt nach Magdeburg. Die Reisegruppe singt gerade am Gleis „We will rock you“.
Anzeigentafel für die Abfahrt am 12.11. um 5:38 Uhr in Potsdam
Anzeigentafel für die Abfahrt am 12.11. um 5:38 Uhr in Potsdam   Bild: UNgehindert
Reisegruppe in Potsdam
Reisegruppe in Potsdam   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Berlin, Berlin -Wir fahren ab Berlin


So brachte es Markus Ertl von der Reisegruppe Niemand auf den Punkt als die Bahntour heute Morgen ihren Anfang am Berliner Hauptbahnhof nahm.
Ab jetzt heißt es bis Freitag, den 15. November
Berlin, Berlin -Wir fahren nach Berlin
Einige sind zur Abfahrt der Reisegruppe an den Berliner Hbf gekommen - Gruppenbild
Einige sind zur Abfahrt der Reisegruppe an den Berliner Hbf gekommen - Gruppenbild   Bild: Susanne Göbel
Ottmar Miles-Paul
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InklusionsbotschafterInnen wünschen viel Erfolg


Während der Inklusionsbotschafter Markus Ertl beim abendlichen Treffen der InklusionsbotschafterInnen bei den Inklusionstagen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) nicht dabei sein konnte, weil er für die Bahntour vorschlafen musste, gaben ihm die Anwesenden mit einem Gruppenbild die besten Wünsche mit auf die Tour.

Einige von ihnen kündigten an, dass sie während der Tour an Bahnhöfen sein oder für einen Teil der Strecke zusteigen.
Gruppenbild der InklusionsbotschafterInnen bei den Inklusionstagen in Berlin
Gruppenbild der InklusionsbotschafterInnen bei den Inklusionstagen in Berlin   Bild: Alexander Ahrens ISL
Ottmar Miles-Paul
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Mobil mit Behinderung


Heinrich Buschmann vom Verein Mobil mit Behinderung hat sich dafür eingesetzt, dass die IDM Stiftung zur Förderung der Mobilität Behinderter die Bahntour unterstützt. Am 11. November war er und eine Reihe weiterer Verbündeter bei der Auftaktkundgebung am Berliner Hauptbahnhof mit dabei.

Arnd Hellinger vom Berliner Behindertenverband wünschte der Reisegruppe ebenfalls viel Erfolg. Inwieweit man in Deutschland 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behnderte Menschen wirklich mobil mit der Bahn sein kann, wird die erste Tages-Etappe von Berlin nach München zeigen.
Heinrich Buschmann und andere Aktive am Berliner Hauptbahnhof bei der Kundgebung
Heinrich Buschmann und andere Aktive am Berliner Hauptbahnhof bei der Kundgebung   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Schlaflos in Berlin

Dass es sich bei dieser Bahntour nicht nur um einen netten Ausflug handelt, zeigt allein schon die Tatsache, dass ich schon seit 0:45 Uhr wach bin und nicht mehr schlafen kann. Obwohl der Wecker erst auf 3:10 Uhr gestellt ist. Mal sehen, wie die erste Etappe bis München mit nur 2 1/2 Stunden Schlaf verläuft?
iPad Uhr zeigt 2:24 Uhr
iPad Uhr zeigt 2:24 Uhr   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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Rückenwind von Berliner Landesbehindertenbeauftragten für Bahntour


Im Rahmen einer Kundgebung am Service Point im Berliner Hauptbahnhof am 11. November verabschiedete Christine Braunert-Rümenapf die TeilnehmerInnen der Bahntour zu 25 Jahre Grundgesetz. Dabei schilderte sie den Entstehungsprozess des Benachteiligungsverbots. Dieses müsse wieder mehr ins Zentrum des Handelns gerückt werden. Sie hoffe, dass alle wieder am Freitag gut und wohlbehalten in Berlin zurück sind.

Am 12. 11. geht`s um 4:27 Uhr los nach Potsdam am Gleis 16.



Bild von der Kundgebung im Berliner Hauptbahnhof
Bild von der Kundgebung im Berliner Hauptbahnhof   Bild: kobinet/omp
Reisegruppe Niemand mit Landesbehindertenbeauftragten
Reisegruppe Niemand mit Landesbehindertenbeauftragten   Bild: kobinet/omp
Ottmar Miles-Paul
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18 neue Züge der DB Regio sollen nicht barrierefrei angeschafft werden


Diese Meldung des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots im Grundgesetz über die Pläne von DB Regio ist eine schallende Ohrfeige und zeigt, wie viel es noch zu tun gibt.
Ottmar Miles-Paul
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Der Schienengott ist weitgehend gut gestimmt


Das vermeldete Rolf Allerdissen vom Verein UNgehindert, als er von Leipzig nach Berlin mit dem Zug losfuhr. Kurz nach 13:00 Uhr wird er am Berliner Hbf ankommen. Auch für die anderen Anreisenden der Bahntourer sieht es gut aus.

Nur Markus Ertl aus Lenggries wurde früh morgens mit einem Zugausfall von Lenggries nach München konfrontiert. Halt entfällt, hieß es da auf der Anzeigentafel. Mittlerweile ist er aber schon in Leipzig und wird pünktlich zur Kundgebung um 16:00 Uhr am Berliner Hbf da sein. Seine Frau, die ihn zum Bahnhof gefahren hatte, hat ihn an den nächsten Bahnhof gebracht, nachdem die beiden den Zugausfall bemerkt hatten.
Anzeigentafel in Lenggries mit Halt entfällt
Anzeigentafel in Lenggries mit Halt entfällt   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Erste Herausforderung bei der Anreise geschafft


Das war nicht so einfach: um 10:25 Uhr einen Kurzvortrag zum Empowerment in Frankfurt halten und um 16:00 Uhr bei der Auftaktkundgebung im Berliner Hauptbahnhof zu sein - und das ohne Flugzeug, sondern mit dem Zug. Aber geschafft und jetzt freue ich mich auf dasTreffen mit den Aktiven der Reisegruppe Niemand um 16:00 Uhr am Berliner Hbf. Mit dabei ist übrigens auch die Berliner Landesbehindertenbeauftragte, die der Reisegruppe Rückenwind gibt.
Ottmar Miles-Paul
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Warum mieten wir nicht einen kompletten Zug?

Das fragt sich Heinrich Buschmann von Mobil mit Behinderung, der die Bahntour der Reisegruppe Niemand zu 25 Jahren Benachteiligungsverbot im Grundgesetz unterstützt in einem Bericht in den kobinet-nachrichten.
Ottmar Miles-Paul
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Nur Regionalverkehr? Seid ihr Durcheinander? ... ach komm' ich fahr mit!

So bringt es der Kabarettist Torsten Sträter auf den Punkt, was die Bahntour zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen betrifft. Am 14. November steigt er in Bielefeld zu und begleitet die Gruppe bis Hannover.
Schild mit dem in der Nachricht dargestellten Text von Torsten Sträter
Schild mit dem in der Nachricht dargestellten Text von Torsten Sträter   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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So erkennt man die Reisegruppe Niemand auf ihrer Bahntour

Die „Reisegruppe Niemand" zeigt mit einem Schritt aus der Tür und dieser Flagge bei jedem der 348 Zwischenhalte an, in welchem Waggon sie reisen.
Bild der Flagge UNgehindert
Bild der Flagge UNgehindert   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Das Gepäck für die Bahn-Tour ist gepackt

Die Reisegruppe Niemand ist startklar. Das Gepäck ist gepackt, wie man an dem Bild von Rolf Allerdissen mit dem Koffer auf dem Rollstuhl sieht.
Am 11.11.2019 geht es um 16:00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Washington Platz vor der Berliner Hauptbahnhof los.
Rollstuhl mit Koffer drauf
Rollstuhl mit Koffer drauf   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Münchner Merkur: Unterwegs mit der Reisegruppe Niemand: Blinder Lenggrieser kämpft für mehr Inklusion

Unter dieser Überschrift berichtete die Online-Ausgabe des in Bad Tölz erscheinenden Merkur über die Aktivitäten von Markus Ertl und die Bahntour am 10. November 2019.

Ottmar Miles-Paul
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Wo Nachtschwärmer Frühaufsteher treffen können

Anzeigentafel Berlin Hbf Abfahrt 4:27 S Bahn nach Potsdam am 12. November
Anzeigentafel Berlin Hbf Abfahrt 4:27 S Bahn nach Potsdam am 12. November   Bild: Reisegruppe Niemand
Die ideale Zeit und der ideale Ort, wo sich früh morgens am 12. November Nachtschwärmer und Frühaufsteher treffen können, ist der Berliner Hauptbahnhof. Um 4:27 Uhr startet dort nämlich am Gleis 16 die Reisegruppe Niemand anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen mit der S-Bahn Richtung Potsdam zu ihrer dreitägigen Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte. Die Reisegruppe würde sich dabei über Kaffee und etwas Reiseproviant sowie über nette Leute freuen, die sie verabschieden.

Ottmar Miles-Paul
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Weltrekordversuch: In 76 Stunden von Berlin nach Berlin mit Regionalverkehr

Von Berlin nach Berlin in "nur" 76 Stunden: Was nach einer Rekordverspätung der Deutschen Bahn klingt, ist für die "Reisegruppe Niemand" ein wahres Weltrekordprojekt. Denn es geht um eine Zugreise quer durch die Bundesrepublik. 348 Zwischenhalte, 28 Bahnhöfe, 29 Umstiege, 16 Landeshauptstädte, 5 Reisende und ein ambitioniertes Ziel: Auf die Barrierefreiheit an Deutschen Bahnhöfen aufmerksam zu machen. Doch damit nicht genug, denn das Rekord-Institut für Deutschland (RID) sieht in diesem Vorhaben eine neue Topleistung. Sollte die "Reisegruppe Niemand" Ihre inklusive Zugreise durch Deutschland vom 12. bis 15. November in 76 Stunden schaffen, wäre es die offiziell "schnellste Zugreise zu allen Landeshauptstädten", teilte das Rekord-Institut für Deutschland (RID) in einer Presseinformation mit.

"Generell hält das Rekord-Institut für Deutschland inklusive Projekte als Weltrekordversuch für eine tolle Idee", so Olaf Kuchenbecker, oberster Rekordrichter des RIDs. "In 76 Stunden einmal quer durch Deutschland zu reisen und alle 16 Landeshauptstädte anzusteuern, ist aber auch eine außergewöhnliche Topleistung". Vom 12. bis 15. November ist die "Reisegruppe Niemand" auf den Schienen der Deutschen Bahn unterwegs. Eine logistische Topleistung die, wie unter Pendlern bekannt, mit sehr viel Stress verbunden ist. "Wir beziehen uns auf den zugefügten Satz des Grundgesetzes Artikel 3 Absatz 3, dass Niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf", heißt es auf der Website des Projektes.

Am 15.11., also dem Rückreisedatum der Gruppe, zelebriert jener Artikel bereits sein 25jähriges Inkrafttreten. Doch noch immer sind nicht alle Bahnhöfe in Deutschland zu 100 Prozent barrierefrei. Was es noch zu tun gibt, darauf will die "Reisegruppe Niemand" im Rahmen ihrer Aktion aufmerksam machen. Und erhält im Erfolgsfall noch am Bahnhof Berlin die RID-Rekordurkunde überreicht, samt Eintrag im hiesigen Rekordregister.

Zur Reisegruppe:

Die fünf behinderten Menschen, die auf bahndeutsch als "PRM" (Personen mit reduzierter Mobilität) bezeichnet werden, sind allesamt Mitglieder des "UNgehindert Netzwerkes", welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich gegen die Benachteiligungen von Menschen mit "Behinderung" einzusetzen. "Dass wir mit unserem Vorhaben nicht nur Berlin, sondern auch einen offiziellen Weltrekord ansteuern, finden wir großartig", so Rolf Allerdissen, welcher ursprünglich als selbsternannter "Reiseleiter" mitfahren wollte, nun jedoch in seine zweite Tätigkeit als "RID-Rekordrichter" den Unabhängigen zu geben hat. Interessierte Medienvertreter*innen sind bundesweit dazu eingeladen, die "Reisegruppe Niemand" auf einer Ihrer zahlreichen Etappen zu begleiten. Zudem wird am Berliner Hauptbahnhof im Rahmen des Eintreffens der Weltrekordjäger ein Presseaufgebot erwartet. Und vielleicht gibt es dann neben dem "Geburtstag" des so wichtigen Grundgesetzparagraphen auch einen neuen Weltrekord zu feiern. "Das RID drückt den Beteiligten die Daumen und wünscht eine gute Fahrt", heißt es in der Presseinformation des RID.

Ottmar Miles-Paul
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76stündige Deutschlandtournee für eine inklusive Gesellschaft

Presseinformation zur Bahntour zum 25. Jahrestag der Grundgesetz-Ergänzung „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“

seit genau 25 Jahren steht im Grundgesetz: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden". Diskriminierungen von Menschen mit Behinderung sind auch 25 Jahre nach dieser Grundgesetz-Ergänzung die Regel. Dagegen geht jetzt der Verein UNgehindert vor. Die "Reisegruppe NIEMAND" startet am 12. November um 4:27 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof zu ihrer Inklusions-Deutschlandtournee durch alle 16 Bundesländer. In allen Landeshauptsädten macht die Reisegruppe Halt, um Briefe und Botschaften an den Bundespräsidenten entgegenzunehmen.


Wenn am 12. November fünf Aktivistinnen und Aktivisten der »Reisegruppe Niemand« ihre 76stündige Bahnfahrt quer durch Deutschland antreten, haben sie nur ein Ziel vor Augen: Briefe oder Bilder als Botschaften, die sie auf ihrer Strecke durch alle 16 Landeshauptstädte gesammelt haben, am 15. November dem Bundespräsidenten zu überreichen.

Anlass dieser bislang einmaligen Aktion der Behindertenbewegung ist der 25. Jahrestag des Inkrafttretens der Grundgesetzergänzung durch den Satz „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ am 15. November 2019. Was vor 25 Jahren noch als Etappensieg auf dem Weg zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen angesehen wurde, etablierte sich bis heute eher als geduldiger Papiertiger. Nach wie vor werden Menschen mit Behinderungen in vielen Situationen und Lebensbereichen diskriminiert.

Für die »Reisegruppe Niemand« und die vielen Unterstützenden gibt es nur eine Konsequenz: Das Benachteiligungsverbot aufgrund von Behinderung als Staatsziel zu erweitern. „Die vielen Rückmeldungen auf unsere Aktion und die Beteiligung von namhaften Mitreisenden zeigt uns, dass wir in diesem Land endlich eine verbindliche Maßnahme gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung brauchen“, betont Rolf Allerdissen, Mitinitiator der »Reisegruppe Niemand« und Vorsitzender des Vereins UNgehindert. 

In einer kürzlich von ihm gestarteten Petition an Bundesrat und Bundestag haben sich bereits viele Unterzeichnerinnen und Unterzeichner für eine Verschärfung des Benachteiligungsverbots für Menschen mit Behinderungen ausgesprochen.

Auf ihrer viertägigen Bahntour in Regionalzügen mit 348 Zwischenhalten sammelt die »Reisegruppe Niemand« Botschaften von Menschen ein, die gleichberechtigt und uneingeschränkt in allen Lebensbereichen partizipieren wollen. Wer der »Reisegruppe Niemand« eine Botschaft für den Bundespräsidenten übergeben möchte oder sie, zu dieser sich auch einige Landes- und kommunale Behindertenbeauftragte anschließen werden, auf der Reise nach Berlin begleiten möchte, findet den Fahrplan und alle weiteren Informationen über die »Reisegruppe Niemand« auf: 


www.reisegruppe-niemand.de
www.facebook.com/ReisegruppeNiemand

als Live-Blog bei:
www.kobinet-nachrichten.org/foren/blog-reisegruppe-niemand

Petition bei change.org unter http://chng.it/CqXmQdkfkd

Infos zur »Reisegruppe Niemand« und dem Verein UNgehindert
Die »Reisegruppe Niemand« ist ein Team von Aktivistinnen und Aktivisten mit unterschiedlichen Behinderungsarten des UNgehindert-Netzwerkes, das für Gleichstellung, Selbstbestimmung und volle gesellschaftliche Teilhabe und gegen jegliche Diskriminierung behinderter Menschen eintritt. Der Name der Reisegruppe wurde nachdem Hashtag-Aufruf   #WirSindDieNiemand über die Social-Media-Kanäle des Netzwerks UNgehindert bewusst gewählt, um den „niemand“ aus dem Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 Gesichter zu verleihen.
Der Verein UNgehindert unterstützt das Netzwerk und stellt sicher, dass die Leitung, Außenvertretung und Entscheidungskompetenz des Netzwerks ausschließlich bei behinderten Menschen liegt und  behinderungsübergreifend tätig ist.

Kontakt:
UNgehindert e.V. i.G.
c/o Rolf Allerdissen
Gottschedstraße 19
04109 Leipzig
info@ungehindert.org
http://www.ungehindert.org

Pressekontakt »Reisegruppe Niemand« in der Zeit von 12. November bis 15. November 2019:
Rolf Allerdissen: 0157 778 32 890
Markus Ertl: 0171 215 28 95
Aytekin Demirbas: 0173 620 10 40

Bei Nichterreichbarkeit:  0163 392 3911


Bild von der Reisegruppe Niemand
Bild von der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Rolf Allerdissen freut sich auf Kommunikation mit Eisenbahnunternehmen

Rolf Allerdissen
Rolf Allerdissen   Bild: UNgehindert
Rolf Allerdissen aus Leipzig ist oft mit der Bahn unterwegs und so leicht kann ihn nichts schrecken. Deshalb sieht er der Bahntour der "Reisegruppe Niemand", die am 12. November um 4:27 Uhr am Berliner Hauptbahnhof beginnt, gelassen und mit Spannung entgegen. Er ist bei der 3tägigen Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte, die anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots im Grundgesetz am 15. November durchgeführt wird, von Anfang an bis zum Ende mit dabei, wie die kobinet-nachrichten im Interview mit ihm erfuhren.

Ottmar Miles-Paul
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Aytekin Demirbas geht auf Bahntour gegen Diskriminierung
Bild von Aytekin Demirbas
Bild von Aytekin Demirbas   Bild: UNgehindert
Aytekin Demirbas ist 44 Jahre alt, blind und aus Braunschweig. Er ist einer derjenigen, der mit der "Reisegruppe Niemand" am 12. November ab dem Berliner Hauptbahnhof eine 3tägige Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte unternimmt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz will Aytekin Demirbas mit seinen Mitstreiter*innen vom Verein UNgehindert ein Zeichen für die konsequente Umsetzung des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz setzen, das am 15. November 1994 in Kraft trat. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Tour begleitet, sprach mit Aytekin Demirbas, warum er bei der Tour mit dabei ist.

Ottmar Miles-Paul
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Markus Ertl geht als blinder Passagier auf Bahntour
Markus Ertl mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand mit der Aufschrift
Markus Ertl mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand mit der Aufschrift "... blinder Passagier inklusive"   Bild: Reisegruppe Niemand - UNgehindert
Wenn die "Reisegruppe Niemand" am 12. November um 4:27 Uhr am Berliner Hauptbahnhof ihre 3tägige Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte startet, gehört Markus Ertl sozusagen als "blinder Passagier" zu den fünf Verwegenen, die diese Mammuttour 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz antreten. Dem Inklusionsbotschafter und Mitstreiter beim Verein UNgehindert ist dabei besonders wichtig, dass das am 15. November 1994 im Grundgesetz verankerte Benachteiligungsverbot gelebt und erweitert wird, wie er im Interview mit den kobinet-nachrichten knapp zwei Wochen vor dem Start der Tour mitteilte.

Ottmar Miles-Paul
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Carola Szymanowicz wirbt bei Bahntour für Gebärdensprache

Carola Szymanowicz aus Falkensee ist von Geburt an gehörlos und eine derjenigen, die am 12. November mit der "Reisegruppe Niemand" eine 3tägige Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte unternimmt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz will die Aktivistin für die Rechte behinderter Menschen mit ihren Mitstreiter*innen vom Verein UNgehindert ein Zeichen für die konsequente Umsetzung des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz setzen, das am 15. November 1994 in Kraft trat. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Tour begleitet, sprach mit Carola Szymanowicz u.a. darüber, warum sie bei der Tour mitmacht und welche Ziele sie dabei verfolgt.


Carola Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand
Carola Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Carola Szymanovicz erklärt in Deutscher Gebärdensprache die Eckdaten zur Bahntour der Reisegruppe

Facebook | ReisegruppeNiemand

Reisegruppe Niemand erklärt in DGS

Ottmar Miles-Paul
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Thomas Szymanowicz auf Bahntour für Leichte Sprache

Thomas Szymanowicz aus Falkensee setzt sich für eine Leichte Sprache ein und ist einer derjenigen, die am 12. November mit der "Reisegruppe Niemand" eine 3tägige Tour mit dem Regionalzügen durch alle 16 Landeshauptstädte unternimmt. 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz will der Prüfer für Leichte Sprache mit seinen Mitstreiter*innen vom Verein UNgehindert ein Zeichen für die konsequente Umsetzung des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz setzen, das seit 15. November 1994 gilt. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Tour begleitet, sprach mit Thomas Szymanowicz u.a. darüber, warum sie bei der Tour mitmacht und welche Ziele er dabei verfolgt.

Thomas Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand
Thomas Szymanowicz mit T-Shirt der Reisegruppe Niemand   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Kabarettist Torsten Sträter begleitet Reisegruppe von Bielefeld bis Hannover

Auch wenn es dem Kabarettisten Torsten Sträter unverständlich ist, warum man freiwillig mit dem Regionalverkehr der Deutschen Bahn auf Tour geht, hat er bei einer Auszeichnung des Vereins UNgehindert mitgeteilt, dass er die Reisegruppe Niemand am 14. November mit dem Regionalexpress von Bielefeld ab 9:59 Uhr bis nach Hannover auf ihrer Fahrt durch Deutschland ein Stück weit begleiten wird.

Torsten Sträter hat in der Sendung Nuhr im Ersten am 26. September Jens Spahn zu seinem Helden des Jahres ausgezeichnet und dabei auf seine kabarettistische Art dessen Pläne kritisiert, nach denen intensivbeatmete Menschen zukünftig nur noch in Ausnahmefällen zu Hause unterstützt werden sollen. Dies nahm der Verein UNgehindert am 26. Oktober 2019 in Leipzig zum Anlass für eine Auszeichnung des Kabarettisten. Dabei entspann sich ein lauschiger Dialog, bei dem Thorsten Sträter der Reisegruppe Niemand zusagte, anlässlich einer Bahntour zum 25jährigen Inkrattreten des Benachteiligungsverbots im Grundgesetz am 14. November ein Stück mit dem Regionalexpress von Bielefeld nach Hannover mitzufahren.

Der Verein UNgehindert hat einige bildhafte Impressionen von der Auszeichnung Torsten Sträters mit dem UNgehindert Ehrenpreis am Samstag, den 26.10.2019, in der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig am Hauptbahnhof in Leipzig auf der Facebook-Seite von UNgehindert eingestellt. Zudem gibt es folgenden Mitschnitt der Preisverleihung und des anschließenden Gesprächs, der ebenfalls von UNgehindert ins Internet eingestellt wurde.

Facebook | ungehindert

Ungehindert - Auszeichnung von Torsten Sträter mit dem...

Ottmar Miles-Paul
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Stephanie Aeffner begleitet Bahntour von Stuttgart nach Karlsruhe

Wenn die "Reisegruppe Niemand" auf ihrer 3tägigen Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte am 13. November um 12:59 in Stuttgart in den IREI (19676) nach Karlsruhe einsteigt, wird diese auf ihrer Fahrt bis nach Karlsruhe von der baden-württembergischen Landesbehindertenbeauftragten Stephanie Aeffner begleitet. Sie will damit 25 Jahre nach Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen u.a. dafür werben, dass die Vorgaben im Personalbeförderungsgesetz bis 2022 erfüllt werden und die Barrieren im öffentlichen Personenverkehr entsprechend abgebaut werden. Dies machte die Beauftragte in einem Interview mit den kobinet-nachrichten, die die Tour begleiten, deutlich.

kobinet-nachrichten: Sie haben sich entschieden, die Reisegruppe Niemand auf ihrer Bahntour zu treffen. An welchem Bahnhof wird dies geschehen und was ist Ihnen dabei wichtig?

Stephanie Aeffner: Ich werde mich der "Reisegruppe Niemand" am 13. November auf der Etappe von Stuttgart nach Karlsruhe anschließen. Damit werde ich auf einer für Baden-Württemberg zentralen ÖPNV-Schienenverbindung ab dem Bahnknoten Stuttgart die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe von Ost nach West "erfahren", um dabei die Botschaft "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" mit vielen betroffenen Menschen öffentlichkeitswirksam über das Land zu tragen.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie auf 25 Jahre Grundgesetzergänzung durch den Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" blicken, was fällt Ihnen dazu ein?

Stephanie Aeffner: Dazu fällt mir ein, dass wir in den letzten 25 Jahren zwar viel erreicht haben, dass aber bei Betrachtung der einzelnen Lebensbereiche, in denen Teilhabe, Selbstbestimmung und Nichtdiskriminierung stattfinden sollen, wir noch dicke Bretter zu bohren haben. Die Verfassungs- und Lebenswirklichkeit liegen noch weit auseinander. Offensichtlich wird bei den Verantwortlichen auf allen Ebenen von Staat und Gesellschaft oftmals auch übersehen, dass das Benachteiligungsverbot unseres Grundgesetzes wegen einer Behinderung nicht nur auf das Unterlassen von Benachteiligungen abzielt, sondern vielmehr einen aktiven Gestaltungsauftrag für die Rechtssetzung und Gestaltung der Umweltbedingungen beinhaltet. Dies unterstreicht die UN-Behindertenrechtskonvention, wenn sie davon ausgeht, dass das Unterlassen des Treffens angemessener Vorkehrungen eine nicht zulässige Form der Diskriminierung darstellt.

kobinet-nachrichten: Haben Sie eine Botschaft, einen Wunsch oder eine Sache, die Sie der Reisegruppe Niemand mit auf ihre weitere Tour mitgeben wollen?

Stephanie Aeffner: Leute seid zuversichtlich, dass all die Barrieren und Hürden, die euch auf eurer Reise begegnen, nach den Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes ab Januar 2022 nicht mehr bestehen werden. Tragt die Botschaft durch die Republik, dass es jetzt darauf ankommt, die Ressourcen von Bund, Land und Kommunen zu bündeln und in die Schaffung eines umfassend barrierefreien öffentlichen Personennahverkehrs zu investieren. Dies ist gut angelegtes Geld, denn Barrierefreiheit nutzt allen, sie ist aber nicht zum Nulltarif zu haben. Wir leben im Hier und Heute und wollen jetzt Gleichberechtigung bzw. Gleichbehandlung. Lasst und gemeinsam unermüdlich darauf hinweisen, dass Inklusion keine Zuschauer, sondern nur Aktive kennt und damit alle angeht.

Link zum Fahrplan für die Tour vom 12. - 15. November 2019

Stephanie Aeffner
Stephanie Aeffner   Bild: Büro der baden-württembergischen Behindertenbeauftragten
Ottmar Miles-Paul
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Matthias Rösch steigt in Bad Kreuznach zu

Auf ihrer Tour wird die Reisegruppe viele Menschen treffen und von einigen Aktiven ein Stück des Weges begleitet. Mit dabei wird auch der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch sein, der am 13. November um 18:32 Uhr zu der Gruppe in Bad Kreuznach zusteigt und mit ihr bis nach Mainz fährt.

"Den Fahrplan der Reisegruppe Niemand habe ich mir angeschaut. Das ist ein spannendes Projekt, einige Strecken durch Rheinland-Pfalz sind dabei. Am Mittwoch, den 13. November bin ich auf Tour zu Inklusionsfirmen. Daran anschließend könnte ich in Bad Kreuznach zusteigen (um 18:32 Uhr) und bis Mainz mitfahren", teilte Matthias Rösch der Reisegruppe Niemand mit. Matthias Rösch nutzt selbst einen Rollstuhl und testet immer wieder mit Bahntouren die Entwicklung zu mehr Barrierefreiheit.
Matthias Rösch
Matthias Rösch   Bild: privat
Ottmar Miles-Paul
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kobinet-nahrichten begleitet Reisegruppe Niemand

Wenn es am 12. November um 4:27 Uhr ab dem Berliner Hauptbahnhof mit der Tour der Reisegruppe Niemand zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz losgeht, dann werden die kobinet-nachrichten mit dabei sein. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul wird die Gruppe von Anfang ihrer Tour in Berlin bis zur Ankunft am 15. November in Berlin gegleiten und über die Tour berichten.

Porträt von Ottmar Miles-Paul
Porträt von Ottmar Miles-Paul   Bild: Franziska Vu (ISL)
Ottmar Miles-Paul
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Engagierte Mitreisende gesucht

Mit einem Plakat mit dem Motto "Engagierte Mitreisende gesucht" wirbt die "Reisegruppe Niemand" des Bündnisses "UNgehindert", die vom 12. bis 15. November eine Tour mit Regionalzügen durch alle 16 Landeshauptstädte durchführt, für Mitstreiter*innen bei der Aktion. "Engagierte Mitreisende gesucht. Wir tauschen bei unserem Ehrenamt den bequemen Drehstuhl vor dem Klapprechner gegen den Klappsitz vor der Behinderten-Toilette im Nahverkehrs-Zug. Für 76 Stunden. 348 Zwischenhalte - 76 Stunden - 28 Bahnhöfe - 29 Umstiege - 16 Landeshauptstädte 05 Reisende - 01 Ziel - 12. - 15. November 2019", heißt es auf dem Plakat.

Auf der Internetseite zur Aktion gibt's unter www.reisegruppe-niemand.de den Fahrplan und die Kontaktdaten sowie eine Petition zur Grundgesetzänderung. Wer die Reisegruppe an einem der 358 Zwischenhalten kurz begrüßen oder bei den 29 Umstiegen treffen möchte, kann dies mit einer E-Mail an info@ungehindert.org mitteilen.

Die kobinet-nachrichten werden die Aktion begleiten.

Plakat Mitreisende gesucht
Plakat Mitreisende gesucht   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul
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Reisegruppe Niemand ist startklar

In gut zwei Wochen, am 12. November, startet die "Reisegruppe Niemand" um 4:27 Uhr vom Hauptbahnhof in Berlin zu ihrer ambitionierten Tour mit dem Regionalverkehr durch alle 16 Landeshauptstädte, um auf das 25jährige Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen hinzuweisen und Erfahrungen behinderter Menschen einzusammeln. Am 15. November werden diese dem Bundespräsidialamt übergeben. Am Samstag, den 26. Oktober, traf sich die Reisegruppe vor einer historischen Lok am Leipziger Hauptbahnhof mit ihrem Reiseplan und zeigte sich zuversichtlich und startklar.


Reisegruppe Niemand vor historischer Lok beim Treffen am 26. Oktober 2019 in Leipzig
Reisegruppe Niemand vor historischer Lok beim Treffen am 26. Oktober 2019 in Leipzig   Bild: UNgehindert Reisegruppe Niemand
Ottmar Miles-Paul
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Reisegruppe NIEMAND sammelt Schreiben und Bilder an den Bundespräsidenten

Das Ziel der Reisegruppe NIEMAND ist es zum 15. November 2019, am 25. Jahrestag des Inkrafttretens der Grundgesetzänderung des Artikel 3 nach einer Tour durch alle Landeshauptstädte Deutschlands vom 12. - 15. Novmeber im Bundespräsidialamt anzukommen. Auf ihrem Weg sammelt die Reisegruppe NIEMAND bei den 348 Zwischenhalten der Reise Schreiben und Bilder als Botschaften von behinderten Menschen und deren Freundinnen und Freunde an den Bundespräsidenten ein, um sie dem Bundespräsidenten zu überreichen. Zudem sollen einige der Botschaften veröffentlicht werden.

Botschaften und Bilder können geschickt werden an
UNgehindert e.V.
z.Hd. Rolf Allerdissen
Gottschedstrasse 19
04109 Leipzig
oder per E-Mail an info@ungehindert.org

Ottmar Miles-Paul
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Benachteiligung verboten?
Jennifer Sonntag mit Führhund Paul
Jennifer Sonntag mit Führhund Paul   Bild: Privat
Die Moderatorin und Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag hat das Angebot genutzt und eine Botschaft zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot für behidnerte Menschen im Grundgesetz an die Reisegruppe Niemand geschickt. Diese geht vom 12. bis 15. November mit Regionalzügen auf Tour durch alle 16 Landeshauptstädte und sammelt auf ihrem Weg Botschaften behinderter Menschen zum Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden", zur Übergabe ans Bundespräsidialamt. Probleme beim Zugang zum Gesundheitssystem, Benachteiligungen mit ihrem Assistenzhund und Mobbing am Arbeitsplatz sind die drei Themen, die Jennifer Sonntag in ihrem einseitigen Schreiben anspricht.



Ottmar Miles-Paul
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Hallo #WirsinddieNiemand und werden noch zu oft wegen Behinderungen benachteiligt

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Sicherheit kennen Sie aus unserem Grundgesetz den Artikel 3 Abschnitt 3 Satz 3:

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

#WirsinddieNiemand und wir werden heute noch zu oft wegen Behinderungen benachteiligt.

Deshalb macht sich die „Reisegruppe Niemand“ vom 12. ‑15.11.2019 auf den Weg durch alle Landeshauptstädte, um

  • Deutschland am 25. Jahrestag des Artikel 3 Absatz 3 Satz 3 auf dessen wichtige Bedeutung hinzuweisen.
  • Ihre Forderungen Rund um diesen Artikel einzusammeln und diese zu unserem Bundespräsidenten nach Berlin zu tragen.
  • auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass es nicht bei einem Benachteiligungsverbot bleiben darf, sondern als Staatsziel ausgegeben werden MUSS!

Wir sind auch mit und wegen unserer eigenen Behinderung Mitglieder in vielen Selbsthilfevereinen und –verbänden.

Sind auch Sie ein Teil der Niemand und zeigen dies durch Ihre Solidarität,

  • Indem Sie die wichtige Petition auf Change.org unterzeichnen.

Rolf Allerdissen, 1. Vorsitzender von Ungehindert fordert darin:

„Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichstellung von behinderten Menschen und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

  • Indem Sie mit Ihrem Logo in unserem Fahrplan Ihre Unterstützung bekunden.
  • Indem Sie Ihre Mitglieder über uns, die Reisegruppe Niemand, informieren.
  • Indem Sie auch Ihre Mitglieder animieren, Ihre Forderungen an den Bundespräsidenten über uns info@ungehindert.org zu richten.
  • Indem Sie auf den Bahnhöfen und auch auf Teilstrecken unsere Tour begleiten.
  • Indem das wichtige Anliegen der Reisegruppe Niemand auch durch Ihre Spende voran gebracht wird.
  • Indem Sie in den sozialen Netzwerken, in Ihren Verteilern und allen anderen Kanälen über die Reisegruppe Niemand berichten.
  • Indem Sie noch ungenannte Möglichkeiten nutzen, unser Anliegen zu unterstützen.
Informieren Sie sich gerne: Treten Sie mit uns in Kontakt Senden Sie Ihre Forderung an den Bundespräsidenten an
  • Per eMail an Info@ungehindert.org
  • Oder per Post an Ungehindert c/o Rolf Allerdissen Gottschedstr. 19 | 04109 Leipzig
Spenden Sie an

Ungehindert e.V. i. G.

IBAN: DE41 2505 0000 0201 3700 95

BIC: NOLADE2HXXX

Wir haben heute schon ordentlich Reisefieber und freuen uns über jede Unterstützung!

Ungehinderte Grüße

Markus Ertl

Markus Ertl

2. Vorsitzender

 

 

persönliche Kontaktdaten

Grammersbergstr. 4a,

83661 Lenggries

Phone : +491712152895

eMail: markus@ungehindert.org

 

Ungehindert e.V. i.G.

 

Ungehindert

 #Ungehindert @Ungehindert

 

Amtsgericht Berlin Charlottenburg

95 AR 676/19 B

Vereinssitz ist Berlin

Geschäftsstelle:
UNgehindert e.V. i.G.

c/o Rolf Allerdissen
Gottschedstr. 19 | 04109 Leipzig
Telefon ++49 (0) 341 68 69 06 49

vertreten durch den Vorstand

Rolf Allerdissen und Markus Ertl gemeinsam.

Spendenkonto:

UNgehindert e.V. i.G,

IBAN: DE41 2505 0000 0201 3700 95 BIC: NOLADE2HXXX

Porträt von Markus Ertl
Porträt von Markus Ertl   Bild: privat
Ottmar Miles-Paul
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Testfahrt von Bad Kreuznach nach Mainz

Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten hat schon mal die Herausforderungen der geplanten Bahntour zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz vom 12. - 15. November getestet. Am 24.10.2019 hatte der Zug in Bad Kreuznach schon einmal 7 Minuten Verspätung, in Mainz waren es dann 20 Minuten. Dafür gab's einen tollen Abendhimmel und der Anschluss in Frankfurt hat geklappt, so dass er wie geplant in Kassel ankam.

Bad Kreuznacher Bahnhof mit Abendhimmel bei Testfahrt
Bad Kreuznacher Bahnhof mit Abendhimmel bei Testfahrt   Bild: Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
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LIGA Selbstvertretung unterstützt Bahntour

Beim Treffen der LIGA Selbstvertretung am 17. Oktober in Berlin haben deren Mitglieder beschlossen, die Bahntour der Reisegruppe Niemand anlässlich des 25jährigen Inkrafttretens des Benachteiligungsverbots im Grundgesetz zu unterstützen. Der Sprecher der LIGA Selbstvertretung, Ottmar Miles-Paul, wird die Reisegruppe von ihrem Start am 12. November um 4:27 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof bis zur Ankunft am 15. November gegen 8:30 Uhr in Berlin begleiten.

Die LIGA Selbstvertretung und Ottmar Miles-Paul würde sich freuen, wenn möglichst viele Menschen die Reisegruppe während der 76stündigen Mammuttour an den 348 Zwischenhalten, bzw. bei den 29 Umstiegen und in den 16 Landeshauptstädten begrüßen würden. Die LIGA Selbstvertretung würde sich darüber hinaus auch über Briefe an die Reisegruppe Niemand mit Stimmen zur persönlichen Bedeutung zum Benachteiligungsverbot im Grundgesetz freuen. Diese können an folgende E-Mail Adresse gesandt werden: info@ungehindert.org.

Logo der LIGA Selbstvertretung
Logo der LIGA Selbstvertretung   Bild: LIGA Selbstvertretung
Ottmar Miles-Paul
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Rolf Allerdissen erklärt die Petition zur Grundgesetzänderung

In einem Video erklärt Rolf Allerdissen den Hintergrund der Petition für eine Grundgesetzergänzung


Facebook | rolf.allerdissen

Hallo liebe Freundeskreisende an den... - Rolf Allerdissen

Ottmar Miles-Paul
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In einem Monat geht's los

Heute in einem Monat trifft sich die Reisegruppe Niemand bei einer Auftaktkundgebung in Berlin. Am nächsten Morgen, den 12. November, geht's dann um 4:27 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof los mit der ersten Etappe der Tour mit dem Zug in die erste von 16 Landeshauptstädten nach Potsdam. Anlass für die Tour ist der 25. Jahrestag des Inkrafttretens des Satzes "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland   Bild: Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
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Reisegruppe Niemand geht auf Tour

Vom 12. bis 15. November 2019 geht die "Reisegruppe Niemand" anlässlich des 25. Jubiläums des Inkrafttretens des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit dem öffentlichen Nahverkehr auf Tour quer durch Deutschland. "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden", so heißt es seit dem 15. November 1994 im Grundgesetz in Artikel 3 Absatz 3. Und daraus leitet sich auch der Name "Reisegruppe Niemand" ab, denn behinderte Menschen werden immer noch auf vielfältige Weise benachteiligt.

Die Rundreise mit Nahverkehrs- und Regionalzügen beginnt am 12. November ab Berlin um 4:27 Uhr und endet am 15. November mit der Ankunft in Berlin um 8:34 Uhr mit einer anschließenden Demonstration zum Bundespräsidialamt mit einer Abschlusskundgebung.
Dazwischen liegen: 

348 Zwischenhalte
        
76 Stunden
        
28 Bahnhöfe
        
29 Umstiege
        
16 Landeshauptstädte
        
05 Reisende
        
01 Ziel

Auf diesem langen Weg freuen sich die Reisenden über Treffen mit Aktiven an Bahnhöfen oder Menschen, die mit ihnen ein Stück mitreisen. Der Fahrplan für die Tour ist nun Online.

Link zu weiteren Informationen zur Tour

Link zum Fahrplan

Ottmar Miles-Paul
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Tourkarte für die Bahntour vom 12. - 15. November 2019 unter dem Motto Nahverkehr inklusive!
Tourkarte für die Bahntour vom 12. - 15. November 2019 unter dem Motto Nahverkehr inklusive!   Bild: UNgehindert
Ottmar Miles-Paul